Gütersloh
Wespen im Sitzkissen nichts für Feuerwehr

Gütersloh (eff)-  Ein Wespennest im Gartenhaus - darauf können selbst Naturliebhaber verzichten. Für Edith Schöppner (80) aus Friedrichsdorf bedeutete das mehrere gesundheitsgefährdende Stiche, ein vergebliches Bemühen um Beseitigung des Gefahrenherds und ein verkorkstes Wochenende.

Dienstag, 04.08.2020, 06:06 Uhr aktualisiert: 04.08.2020, 06:31 Uhr

Die Seniorin hatte Freitagmittag bemerkt, dass die Insekten durch Ritzen zwischen Seitenwand und Dach des Gartenhauses ins Innere gelangten. Dort umschwirrten sie ein Sitzkissen aus Schaumstoff, in das sie bereits Waben eingearbeitet hatten. Als sie die Tür öffnete, um sich ein Bild zu machen, sei sie von den Wespen attackiert und gestochen worden, erzählt die 80-Jährige, und zwar in den Kopf, die Beine und den Bauch. Das Fatale dabei: „Ich reagiere allergisch darauf, und es ging mir schlecht“, sagt Edith Schöppner. Ihre Befürchtungen seien umso größer geworden, als eine Nachbarin vor Jahren infolge eines Wespenstichs gestorben sei.

Feuerwehr ist nicht zuständig

Ein Anruf bei der Feuerwehr habe zunächst verheißungsvoll geklungen, erzählt die Frau. Doch dann habe es geheißen, sie sei dafür nicht zuständig. „Die Glocke“ fragte bei der Leitstelle nach. Dort hieß es: „Wir kommen nur, wenn Gefahr im Verzug ist und wenn es sich um Kitas, Schulen und andere öffentliche Gebäude handelt. Auf einem Privatgrundstück ist der Besitzer zuständig.“

Beratung vom Umweltamt

Die Entdeckerin des Wespennests wurde an die Stadt Gütersloh verwiesen und dort speziell an den Fachbereich Umwelt. „Bleiben Sie bitte bis Montag im Haus“, habe es dort am Freitagnachmittag geheißen, und rufen Sie dann wieder an.“ „Die Insekten sind doch schon seit dem Frühjahr bei ihr, und jetzt fallen sie erst auf“, sagt Wespenberaterin Beate Gahlmann vom Umweltschutz der Stadt Gütersloh. Es müsse herausgefunden werden, um welche Art von Wespen es sich im Friedrichsdorfer Gartenhaus handele und ob sie unter Naturschutz stehen. Auch bei der deutschen oder gewöhnlichen Wespe müsse es gerade in Zeiten des Insektensterbens einen plausiblen Grund geben, einen Bekämpfer einzusetzen.

Nest besteht nur einen Sommer lang

Gleichwohl sei mit einem Allergiker in solch einem Fall anders umzugehen, sagt Beate Gahlmann. Die Umweltschützerin kündigte an, sich an Ort und Stelle selbst ein Bild zu machen. Nestbildende Wespen bilden zur Aufzucht des Nachwuchses Sozialverbände, die nur einen Sommer lang bestehen. Ein altes Nest wird übrigens nicht wieder besiedelt. Wahrscheinlich nur ein schwacher Trost für die Friedrichsdorfer Seniorin.

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