Gütersloh
Kampf um den Erhalt von Karstadt

Gütersloh (gl) -  „Wir werden uns seitens der Stadt Gütersloh weiter mit aller Kraft dafür einsetzen, dass Karstadt in Gütersloh erhalten bleibt und wir werden alles Mögliche unternehmen, damit die Stadt Gütersloh ein starker Standort bleibt,“ sagt Bürgermeister Henning Schulz (CDU) laut einer Mitteilung der Stadt Gütersloh.

Freitag, 10.07.2020, 19:22 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 19:46 Uhr

Am Mittwoch war er auf Einladung von NRW-Ministerin Scharrenbach (CDU) nach Düsseldorf gereist, um dort mit anderen Bürgermeistern der von Schließung der Filialen betroffenen Kommunen die aktuelle Lage zu erörtern. Gütersloh werde sich auf jeden Fall um eine Aufnahme in das aktuelle Sofortprogramm des Landes zur Stärkung der Innenstädte bewerben, das die Ministerin vorgestellt habe, sagte Schulz. Er bezeichnete das Gespräch mit Scharrenbach und den Austausch mit den Kollegen als „konstruktiv und wichtig“.

Viele offene Fragen

Hilfreich seien auch die Informationen des Sachverwalters im Insolvenzverfahren, Dr. Frank Kebekus, gewesen. Tatsache bleibe aber nach wie vor, dass es besonders beim Thema der Schließungskriterien ein hohes Maß an Intransparenz und viele offene Fragen gebe und die Kriterien für einen Weiterbetrieb der Standorte nicht erkennbar seien. So sei zwar von einer radikalen Miet- und Kostensenkungsstrategie für die Häuser die Rede, es fehlten aber Aussagen zur Perspektive, wie die Kaufhäuser in Zukunft betrieben werden sollten.

Gemeinsame Initiative mit Lübeck und Bremerhaven

Auch an den Eigner der Gütersloher Karstadt-Immobilie, das Unternehmen Highstreet, gebe es nach einem ersten Gespräch noch offene Fragen – Fragen, die nicht nur Gütersloh hat, sondern auch die Städte Lübeck und Bremerhaven, wo die Karstadt/Kaufhof-Immobilien ebenfalls Highstreet gehörten. Deshalb hätten sich die Bürgermeister Henning Schulz, Jan Lindenau (Lübeck) und Melf Grantz (Bremerhaven) kurzfristig vernetzt und planten eine gemeinsame Initiative, um im gemeinsamen Gespräch mit Insolvenzverwaltung und Vermieter Antworten auf diese Fragen zu finden, kündigte Schulz weiter an.

Mietpreisreduzierung gefordert

Die Verwaltungschefs fordern eine signifikante Mietpreisreduzierung des Immobilieneigentümers Highstreet Holding und resümieren: „Es entsteht der Eindruck, dass nicht die Umsätze der Warenhäuser, sondern die Belastung durch zu hohe Mieten ein Aus für einige Warenhäuser bedeuten könnte. Wir erwarten, Galeria Karstadt Kaufhof bei der Rettung der Standorte in unseren Städten zur Seite zu stehen. So wie es andere Eigentümer auch tun.“

Spekulation zu Lasten der Städte

Dem Vernehmen nach sind unter anderem Goldman Sachs und die Deutsche Bank mit ihren Investmentgesellschaften Whitehall und Rreef Teil der Eigentümerstruktur von Highstreet. „Dort wird zu Lasten unserer Städte und den dort lebenden und arbeitenden Menschen spekuliert“, so die drei Bürgermeister. „Unsere Innenstädte sind keine Börsenplätze für Investmentgesellschaften, sondern wichtige Orte des gesellschaftlichen Zusammenlebens in einer Stadt.“ Deshalb werde von Highstreet erwartet, unverzüglich an den Verhandlungstisch zu kommen und konkrete Mietpreisangebote vorzulegen, die wirtschaftliches Handeln für die Warenhäuser ermöglicht.

Kommentare

Rolf  wrote: 11.07.2020 07:41
Wenn wir uns um "wichtige Orte des gesellschaftlichen Zusammenlebens in einer Stadt" kümmern, sollten wir uns schnellstens um die Kasernen und die Reaktivierung des TWE (von Versmold bis Hövelhof) kümmern, statt gegen Windmühlen zu kämpfen. Und bitte kein öffentliches Geld für Karstadt ausgeben, sonst ist das eine reine Verschwendung und ein Fass ohne Boden.
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