Gütersloh
Aus für Schinkenmarkt und Straßenfiffi

Gütersloh (rebo) -  Frühling ohne Parklandschaft auf dem Berliner Platz, Pfingsten ohne Weinmarkt, Sommer ohne Open-Air-Konzerte in Mohns Park und ohne Gütersloh International - die Corona-Pandemie hat eine Schneise in den Veranstaltungskalender der Stadt geschlagen. Jetzt gibt es weitere Absagen.

Donnerstag, 09.07.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 21:31 Uhr

„Wir waren zunächst noch guter Dinge, was den Schinkenmarkt angeht“, sagt Kathrin Groth, Geschäftsführerin des Verkehrsvereins, als Ausrichter der Traditionsveranstaltung. Sie habe schon Anmeldungen entgegengenommen. „Falls es eine Freigabe für den Schinkenmarkt gegeben hätte, hätten wir gleich loslegen können.“ Seit Mittwoch ist die Verlängerung des Verbots für große Festveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen rechtskräftig. Sie gilt zunächst bis Ende Oktober. Für den Schinkenmarkt, der für die Zeit vom 15. bis zum 18. Oktober geplant war, bedeutet das: Erstmals nach der ersten Veranstaltung im Jahr 1988 wird es keine 33. Auflage geben. 40 bis 50 Stände waren laut Kathrin Groth in jedem Jahr auf dem Berliner Platz vertreten. Die Besucherzahlen: „Bei gutem Wetter sicher zehntausende“, so Groth. „Auch aus dem Umland.“

Mitmachkonzert funktioniert mit Abstand nicht

Auch die Michaeliswoche wird es im bekannten Format samt Straßenkünstlerfestival und Taschenlampenkonzert in diesem Jahr nicht geben. „Wir holen in Corona-Zeiten keine internationalen Künstler nach Gütersloh“, sagt Jan-Erik Weinekötter, Geschäftsführer von Gütersloh Marketing, die die Michaeliswoche im Auftrag des Verkehrsvereins organisiert. Das Taschenlampenkonzert als Mitmachveranstaltung für Kinder in Mohns Park führe sich mit den geltenden Abstandsregeln ad absurdum.

Neues Konzept für Michaeliswoche

Ganz ausfallen solle die Michaeliswoche aber nicht, betont Weinekötter. Sein Team habe ein Konzept erarbeitet, das den Bürgern in der Innenstadt über einen längeren Zeitraum Freude bereiten soll. „Zigtausend Menschen an einem verkaufsoffenen Sonntag in die Stadt zu ziehen, ist im Moment nicht möglich“, sagt Weinekötter. Das neue Konzept sei der Stadt vorgelegt worden. Er sei zuversichtlich, dass die Stadt ihren Zuschuss für die Michaeliswoche auch für die alternative Planung bewillige.

Dreigleisige Planung für den Weihnachtsmarkt

Auf die Frage, ob es in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt in Gütersloh geben wird, antwortet Weinekötter: „Wir planen dreigleisig. Niemand sagt jetzt schon einen Weihnachtsmarkt ab. Aber meine Hoffnung, dass der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr wie bisher stattfinden kann, ist eher gering.“ Die drei Möglichkeiten, die das Team von Gütersloh Marketing im Hinterkopf behält: ein Hüttendorf wie gewohnt, eine dezentralisierte Ausgabe des Weihnachtsmarkts oder – die komplette Absage.

Bayerische Gaudi ist gestrichen

Auch die Freunde des Oktoberfests auf dem Gütersloher Marktplatz werden in diesem Herbst auf ausgelassene Tage im Festzelt verzichten müssen. Andreas Kerkhoff, Inhaber des Hotel-Restaurants Appelbaum und Ausrichter des Oktoberfests, hatte lange mit der endgültigen Absage gezögert. In Verbindung mit der Verlängerung des Verbots von großen Festveranstaltungen lässt sich das endgültige Aus für dieses Jahr nun nicht mehr verhindern.

„Menschen sind noch nicht so weit“

„Wir haben auch aus Kostengründen gewartet, bis die Verfügung offiziell ist“, erklärt Kerkhoff. Zeltbauer und Firmen, die Bauzäune und Heizungsanlage stellten, hätten Verständnis. Aber die Band, die in diesem Jahr engagiert werden sollte, hätte Geld sehen wollen, wäre das Oktoberfest vorher gecancelt worden. Andreas Kerkhoff erklärt, er hätte das Fest wahrscheinlich auch abgesagt, wenn es eine Erlaubnis dafür gegeben hätte. „Die Menschen sind noch nicht so weit, wieder so ein großes Fest zu feiern.“ Und wenn nur 200 Gäste ins Zelt gekommen wären, das Platz für 1500 biete, wäre es ein Verlustgeschäft geworden. In Spitzenzeiten hatten in den vergangenen 15 Jahren samstags knapp 2500 Gäste im Zelt gefeiert.

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