Krisenstab erläutert das weitere Vorgehen – zweite Testrunde startet
Mobile Teams im Kreis Gütersloh stehen vor neuen Herausforderungen

Gütersloh (WB). Das Ziel des Krisenstabs für die weiteren Testungen durch die mobilen Teams ist nach Angaben der Kreisverwaltung klar umrissen: Alle verbliebenen Haushalte, in den Beschäftige von Tönnies wohnen, regelmäßig besuchen, Abstriche machen von allen Haushaltsangehörigen und die positiv getesteten Personen isolieren.

Dienstag, 07.07.2020, 17:47 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 17:50 Uhr
Frank Scheffer ist Leiter des Krisenstabs bei der Kreisverwaltung Gütersloh. Foto: dpa

„Die Quarantäne verlängert sich sonst immer wieder. So lange, bis keiner mehr in der Haushaltsgemeinschaft ist, der sich anstecken kann“, erläutert Prof. Dr. Dr. René Gottschalk. Der Virologe und Leiter des Gesundheitsamts der Stadt Frankfurt/Main war zur Unterstützung nach Gütersloh gekommen. Landrat Sven-Georg Adenauer, Krisenstabsleiter Frank Scheffer, Dr. Anne Bunte, Leiterin der Abteilung Gesundheit und Sarah Friethoff, Leitung Koordinierungsgruppe Corona, erläuterten das Vorgehen und die aktuellen Herausforderungen am Dienstagnachmittag in einem Pressegespräch im Kreishaus.

14.081 Tests bislang gemacht

Zur Erinnerung: Bei dem Coronaausbruch in der Firma Tönnies handelte es sich um den größten Ausbruch in Deutschland. Von 6.139 Beschäftigten, die getestet worden sind, waren 1.413 Befunde positiv , der Standort wurde geschlossen und alle Beschäftigten – egal ob positiv oder negativ getestet – wurden mitsamt ihren Haushaltsmitgliedern in eine 14-tägige Quarantäne geschickt. Als die Quarantäne begann, startete der Krisenstab mit mobilen Teams zu den Haushalten der Beschäftigten, um vor Ort zu beraten und erneut Abstriche zu machen. Dabei sind, Stand Dienstag, 7. Juli, 10 Uhr, 14.081 Tests gemacht worden, davon waren 10,3 Prozent oder 1.372 positiv.

Mobile Teams starten in eine zweite Runde

Am Montag, 6. Juli, sei die zweite Runde der mobilen Teams gestartet, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung. Die Zahl der besuchenden Personen sei durch die vielen Entlassungen aus der Quarantäne auf rund 4500 gesunken. Landrat Sven-Georg Adenauer: „Wenn es gut läuft, schaffen die Teams das in fünf Tagen.“ Alle Personen in Quarantäne sollen erneut abgestrichen werden, um neue positive Fälle zu erkennen und diese isoliert unterzubringen.

Durch die Anmietung der Reihenhäuser an der Töpferstraße in Gütersloh durch den Kreis und die Schaffung zweier Unterkünfte für Quarantäneverweigerer bestehe dafür jetzt die Möglichkeit. Die Kommunen übernähmen die Belegung in den Quartieren – wer kommt rein? – der Kreis Gütersloh mache das Quartiersmanagement.

15 Häuser sind bezugsfertig

In der Töpferstraße seien inzwischen 15 Reihenhäuser bezugsfertig inklusive bestücktem Kühlschrank. „Es war uns wichtig, dass wir die Häuser wohnlich gestalten, damit die Unterbringung dort akzeptiert wird“, erklärt Landrat Sven-Georg Adenauer. „Wir müssen alle gemeinsam uns jetzt noch in Geduld üben. Wenn wir es nun schaffen, die positiv getesteten Personen von den anderen Haushaltsmitgliedern zu isolieren, dann haben wir in vier bis sechs Wochen das Gröbste überstanden.“

Der Kreis Gütersloh habe derweil diverse Informationsmittel erstellt beziehungsweise erstellen lassen, um die Akzeptanz von Quarantänemaßnahmen bei der nicht-deutschsprachigen Bevölkerung zu erhöhen: Ein Flyer mit zahlreichen Fotos zeige die Reihenhäuser in der Töpferstraße von innen und außen. „Botschaft: Da kann man es aushalten. Ein weiterer arbeitet mit einfachen Piktogrammen und wurde in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut entwickelt“, heißt es vom Kreis Gütersloh.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7484765?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F
Arminia startet in Frankfurt
Chefcoach Uwe Neuhaus (links) und Co-Trainer Peter Nemeth haben Arminia in die Bundesliga geführt. Die Saison beginnt für den DSC mit einem Auswärtsspiel. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker