Gütersloh
Protest: „Bildung statt Billigfleisch“

Gütersloh (cf) - „Als die Corona-Ergebnisse von Tönnies einen erneuten Lockdown für Gütersloh forderten, war das Maß voll“, sagt Michaela Baumgart energisch. Die berufstätige Mutter zweier Töchter hat daraufhin im Internet nach Gleichgesinnten gesucht - und sie gefunden.

Sonntag, 05.07.2020, 14:22 Uhr aktualisiert: 05.07.2020, 15:01 Uhr

Gemeinsam mit Nina Meseske, ebenfalls Mutter zweier Töchter, hat sie am Samstag mit Unterstützung der Initiative Familien in der Krise unter dem Motto „Bildung statt Billigfleisch“ eine Mahnwache auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Gütersloh organisiert.

„Kinder übertragen das Virus am seltensten“

An die 50 Eltern waren teilweise mit ihren Kindern gekommen, um ihrem Unmut Luft zu machen. „Es kann nicht sein, dass als erstes immer Kindertagesstätten und Schulen geschlossen werden“, sind sich die Beteiligten einig. „Schließlich ist mittlerweile bekannt, dass Kinder das Virus am seltensten übertragen“, empört sich Michaela Baumgart.

Daher fordert die Initiative von der Politik Lösungen, um den Eltern Planbarkeit und Verlässlichkeit zurückzugeben. Regelmäßig würden derzeit ihre Mädchen, anderthalb und fünf Jahre alt, aus ihrer Tagesordnung gerissen werden, erklärt die 37-jährige Produktmanagerin, die derzeit im Homeoffice arbeitet.

Ob Oma und Opa um die Ecke wohnen, spielt aktuell keine Rolle

Das Umfeld, so Baumgart, sei im Vergleich zu früher kleiner geworden – zumal es in Zeiten der Pandemie auch keine Rolle spiele, ob Oma und Opa um die Ecke wohnen oder die Nachbarn gerade mal aufpassen könnten.

Kennengelernt haben sich die beiden Organisatorinnen der Mahnwache im Internet. Die Facebook-Gruppe „Elterninitiative für Schloß Holte-Stukenbrock“ brachte sie zusammen. „Innerhalb von zwei Stunden hatten wir an die 30 Mitstreiter gefunden und die Kundgebung für heute auf die Beine gestellt“, erklärt Michaela Baumgart.

Eltern erwarten offenes Ohr vom Landrat

Vorab habe sie sich mit einem offenen Brief an Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) gewendet. Von ihm erhoffen sich die Eltern in erster Linie ein offenes Ohr für ihre Probleme.

Denn auch wenn die Infektionszahlen im Raum Gütersloh aktuell sinken: Ein weiterer Lockdown könne nicht ausgeschlossen werden. „Wir bekommen gerade jetzt oft den Satz ‚Aber ihr wolltet doch Kinder‘ zu hören. Wer konnte denn ahnen, dass etwas wie Corona plötzlich unser Leben beherrschen würde? Außerdem: Frauen sind heutzutage auch in Führungspositionen. Die Zeiten haben sich geändert. Wir müssen mehr organisieren“, betont Michaela Baumgart.

Mahnwachen in München, Stuttgart und Düsseldorf

Gleichzeitig fanden themengleiche Mahnwachen auch in München, Stuttgart, Düsseldorf und Frankfurt am Main sowie im niedersächsischen Oldenburg und in Darmstadt statt.

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