Gütersloh
Theater plant notgedrungen Sparbetrieb

Gütersloh (dop) - Schlechte Nachrichten für alle Theaterfreunde: Angesichts der anhaltenden Corona-Krise kann aus aktueller Sicht nicht von einem Normalbetrieb für die nächste Spielzeit im Theater Gütersloh ausgegangen werden.

Dienstag, 09.06.2020, 08:30 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 09:01 Uhr

Die Betriebsleitung argumentiert, dass ohne eine Behandlungsmöglichkeit von Covid-19 auch zum Start der Theatersaison ab September noch die heutige Abstandsregelung von 1,5 Meter gelten werden. Das aber ließe nur eine Belegung des Theatersaals mit 66 Einzelpersonen oder – bei Paaren – 114 Besuchern zu. Damit sei das geplante Programm nicht oder nur völlig unwirtschaftlich durchführbar.

Kleinere Produktionen im Theatersaal

Das geht aus den Unterlagen zum Kulturausschuss hervor, der am Donnerstag, 18. Juni, ab 17 Uhr im kleinen Saal der Stadthalle tagt. Christian Schäfer und Karin Sporer von der Theaterleitung sind dabei, mit den eingeladenen Gastspiel-Ensembles zu klären, ob diese ihre Produktionen im Zeitraum August bis Dezember so wie vereinbart anbieten können. Es könnte aber darauf hinauslaufen, dass aus dem geplanten Programm nur Teile, insbesondere kleinere Produktionen, durchgeführt werden. Diese, meist für die Studiobühne vorgesehenen Produktionen, können in den Theatersaal oder den kleinen Saal der Stadthalle verlegt werden.

Abo-Verkauf ist abgesagt

Die große Zahl an Abonnenten, über die sich das Theater Gütersloh sonst nur freuen kann, erweist sich jetzt als Crux. Sie macht die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs im Abonnementsystem unmöglich. Der Verkauf der Abos, der am 20. Juni starten sollte, wurde daher abgesagt. Die bestehenden Abos behalten ihre Gültigkeit. Neue werden für die Spielzeit 2020/21 nicht verkauft. In der Hoffnung, dass man in August mehr Infos zur Krise hat, soll dann entschieden werden, ob das Abonnement im Ganzen (bis auf die Reihen Taschentheater und Panoramamusik, nach aktuellem Stand noch als Abo durchgeführt werden können) bis zum 31. Dezember ausgesetzt wird. Sofern Veranstaltungen aus dem Programm mit verminderter Zuschauerzahl stattfinden können, werden dafür Karten im Freiverkauf angeboten. Diese Tickets dafür werden ab August 2020 nur online oder vor Ort unter Angabe der persönlichen Daten verkauft. Die Abo- Ausweise werden übersandt, der Zahlbetrag aber erst zum 15. Januar 2021 und nur für die noch durchführbaren Veranstaltungen anteilig fällig.

Ersatz für nicht durchgeführte Veranstaltungen

Die Betriebsleitung hofft, spätestens ab Januar 2021 die Veranstaltungen wieder regulär im großen Saal stattfinden zu lassen. Sollte im August festgestellt werden, dass weiterhin nur mit den Kapazitäten von 66/114 Personen gerechnet werden kann, soll für die Aufführungen, die nicht durchgeführt werden können, Ersatz angeboten werden.

Jahresergebnis der Stadthalle schlechter als erwartet

Abgesagte Shows, Abibälle und Firmenveranstaltungen, verschobene Aufführungen, vertagte Kongresse: Das Jahresergebnis für die Stadthalle wird coronabedingt um voraussichtlich 100 000 Euro schlechter ausfallen als geplant – vorausgesetzt, der Veranstaltungsbetrieb kann im Herbst wieder durchstarten. Wenn nicht, könnten die Zahlen noch schlechter aussehen. Um neue Einnahmen zu requirieren, konzentrieren sich die Kulturräume nun derzeit marketingmäßig auf die Zielgruppen, die für ihre geschäftlichen Sitzungen größere Räumlichkeiten benötigen.

Hoffnung auf Normalisierung im Herbst

Auch die finanzielle Entwicklung beim Theater ist noch im Flusss. Da viele Aufführungen abgesagt werden mussten und Verträge aufgrund höhere Gewalt nicht erfüllt werden konnten/mussten, liegen die Einsparungen der subventionierten Aufwendungen aktuell höher als die Verminderung der Erträge. Aus den Unterlagen zum Kulturausschuss geht hervor, dass man hofft, bei einer teilweisen Normalisierung des Betriebs zum Herbst hin weitere Erträge generieren zu können und so mit einem blauen Auge aus der Krise zu kommen.

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