Gütersloh
Urlaubspläne für den Ausnahmesommer

Gütersloh (eff/gh) - Statt nach bella Italia oder Spanien geht es für viele Urlauber jetzt an die Nord- und Ostsee oder in die Berge. Auch die Gütersloher Reisebüros buchten in den vergangenen Wochen massiv um.

Samstag, 06.06.2020, 06:05 Uhr aktualisiert: 06.06.2020, 06:46 Uhr

Die Reisewarnung ist indes ab dem 15. Juni aufgehoben. Dann sollen Reisen in Europa – und bald wohl auch Fernreisen – wieder möglich sein. „Der gewohnte Pauschal-Urlaub wird dieses Jahr nicht stattfinden.“ Das sagt Luisa Köster vom Gütersloher Reisecenter an der Kirchstraße und präzisiert: „Es wird eine abgespeckte Version geben.“ Wie die genau aussehe, stehe noch nicht fest, so Köster, weil in den Ferienregionen noch an den Hygiene-Vorschriften gearbeitet werde. Hotels könnten jedenfalls nicht voll belegt werden, statt Büfett gebe es wohl Service am Tisch und an den Strand könnte nur eine gewisse Anzahl von Sonnenhungrigen.

Reiselust ist wieder zu spüren

Josef Coban von der Reiseagentur Wittenstein an der Neuenkirchener Straße blickt dem Sommerurlaub optimistisch entgegen. Er verspürt die Reiselust der Deutschen. „Wir bekommen wieder mehr Anfragen. Die meisten warten aber noch mit dem Buchen ab.“ Bis zu fünf Buchungen pro Woche verzeichnet Coban derzeit - eindeutig weniger als sonst. „Die Menschen sind noch sehr vorsichtig. Wir denken und hoffen aber, dass es Anfang Juli wieder losgeht.“

Umbuchungen zu Zielen in Deutschland

Die Kunden hätten in den vergangenen Wochen viel umgebucht, sagt Luisa Köster. „Besonders viel für Ziele in Deutschland und Österreich mit eigener Anreise.“ Das Problem: Wegen der reduzierten Zimmerkapazitäten müssten die Hotels die Anfragen selektieren nach dem Zeitpunkt, zu dem gebucht wurde. „Deshalb können wir nicht versprechen, dass der Urlaub auch angetreten werden kann.“ Die Hotels würden aber rechtzeitig informieren. Coban empfiehlt die Entscheidungen der Politik abzuwarten und sich im Reisebüro zu informieren: „Stornieren wäre das schlimmste, was man als Kunde tun kann. Die Stornokosten sind sehr hoch.“

Hotels gut aufgestellt

Wie konkret die Einreisebestimmungen und Vorschriften in den Hotel ausfallen, werde derzeit erarbeitet. Für Coban hat Reisen in Zeiten von Corona aber auch Vorteile: „Urlauber haben mehr Platz am Strand und Pool, was sonst bemängelt wird. Die Hotels sind hygienischer und das Essen wird vom Personal aufgefüllt oder zum Tisch gebracht.“ Menüs seien oft hochwertiger. Ob in einigen Wochen auch die Flieger zu südlichen Zielen außerhalb von Europa starten, darüber berät die Politik derzeit. Die Reiseagentur Wittenstein blickt mit Spannung auf die Entscheidungen zur beliebten Türkei. „Die Hotels sind gut aufgestellt. Es geht höchstwahrscheinlich ab Juli los“, vermutet Coban.

Rückzahlung oder freiwillige Gutscheine

Der Gütersloher spricht eher von Änderungen als Einschränkungen. „Auch in Italien ist Urlaub möglich. Die Einschränkungen sind nicht so groß, wie viele denken.“ In einem Video auf der Facebook-Seite des Reisebüros wird erklärt, wie Urlaub in Zeiten von Corona aussehe. Auf das Baden im Meer müsse keiner verzichten. Für Flugzeuge und Hotels gelte eine Maximalbelegung von 60 Prozent. Falls doch Urlaube abgesagt werden, bieten Reiseanbieter Rückzahlungen oder freiwillige Gutscheine an. Diese können bis Ende 2021 eingelöst werden, danach wird das Geld erstattet. Viele Veranstalter würden die Abschlussrate derzeit erst kurz vor Reiseantritt abbuchen. Komplizierter sei die Erstattung bei Flugreisen, die nicht pauschal gebucht wurden.

Hochwertige Angebote sind gefragt

Für Ostern und Sommer 2021 habe es im Reisecenter an der Kirchstraße schon einige Umbuchungen gegeben. Was den diesjährigen Herbst betreffe, gebe es fast keine Anfragen. „Da bevorzugen die Menschen wohl eher kurzfristige Urlaube in Deutschland.“ Josef Coban verzeichnet die meisten Neubuchungen ab dem Frühjahr. „Kunden interessieren sich vor allem für Kreuzfahrten und hochwertige Reisen. Mit dem Buchen von Pauschalurlauben wird noch gewartet.“

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