Gütersloh
SPD fordert Plan fürs Gesundheitsamt

Kreis Gütersloh (dop) - Der SPD-Kreisvorsitzende Thorsten Klute und die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Liane Fülling sind besorgt: Sie fordern   von Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) einen Plan, wie das Gesundheitsamt den sich verändernden Anforderungen künftig besser gerecht werden könne.

Freitag, 05.06.2020, 16:25 Uhr

Während Marion Weike als designierte SPD-Landratskandidatin am Donnerstag in einer Mitteilung noch ausdrücklich lobte, dass das Gesundheitsamt in der Corona-Krise „jederzeit die daraus erwachsenen Aufgaben umfassend wahrnehme“, heißt es im Schreiben von Klute und Fülling, der Kreis Gütersloh sei „immer wieder wegen der schleppenden Berücksichtigung von Infiziertenzahlen“ in den Kreisstatistiken aufgefallen. Zudem seien über einen zu langen Zeitraum Menschen ungetestet geblieben, die beim Tönnies-Schlachtbetrieb arbeiten.

 „Wir erwarten Aufklärung“, schreibt Fülling. „Die Begründung, die Betroffenen seien wegen Krankheit nicht erreichbar gewesen, kann doch nicht wirklich ernst gemeint sein.“ Zudem möchte die SPD wissen, ob der Kreis seine Beschäftigten, die die Prüfungen durchführen, auch testen lasse.

Thorsten Klute bringt in der Mitteilung zudem die „fragwürdigen Unterbringungsverhältnisse“ der Tönnies-Werkvertragsarbeiter zur Sprache: Corona habe gezeigt, „wie schnell solche Unterbringungssituationen die öffentliche Sicherheit beeinträchtigen können.“ Der Kreis brauche dringend Konzepte für ein würdigeres Wohnen. Dem Gesundheitsamt komme da eine „immens wichtige Aufgabe“ zu. Dabei habe man jetzt erfahren, dass zwei Mediziner des Kreisgesundheitsamts gerade von sich aus gekündigt hätten.

 Dazu verwies Kreissprecher Jan Focken auf den Kreisausschuss am Montag, 8. Juni, wo der Personalbedarf im Gesundheitsamt Thema sein wird. Laut Vorlage wird der Leiter des Sachgebiets „Amtsärztlicher Dienst“ und stellvertretende Leiter des Gesundheitsamts auf eigenen Wunsch seine Position zum 31. Juli verlassen. Diese Stelle werde, so Focken, ebenso ausgeschrieben wie die zusätzlich eingerichtete Stelle eines Weiterbildungsarztes/ärztin fürs öffentliche Gesundheitswesen.

Was die anderen eingeforderten Zahlen und Fakten angehe, so habe man mit 50 externen Kräften von DRK und Maltesern bei den Reihentests gearbeitet. Unterbrechungen der Tests bei Tönnies seien wegen eines Datenabgleichs erforderlich gewesen. Und ja, es sei auch richtig, dass Beschäftigte wegen Erkrankung nicht getestet werden konnten, was aber nachgeholt worden sei. Der Abschluss aller Testungen sei für heute, Freitag, geplant. Die Ergebnisse würden vorgestellt, sobald sie vorlägen. Im Übrigen könnten alle Fakten auf den immer wieder aktualisierten Corona-Internetseiten des Kreises eingesehen werden.

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