Gütersloh Dalke-Stelen als Nistplatz für Wildbienen

Gütersloh (gl)- Spaziergänger auf dem Dalkeweg - und das waren in den vergangenen Wochen vermutlich mehr als sonst - haben sich gewundert: 9 der 40 Stelen, die der Fachbereich Grünflächen der Stadt Gütersloh 2018 und 2019 dort aufgestellt hat, sind plötzlich angebohrt. Vandalismus? Nein, es gibt eine andere Erklärung.

 Die Stelen – sie sind dafür gedacht, dass Passanten im Notfall ihre Position angeben können und von Rettungskräften rasch gefunden werden – brachten einen aktiven Mitstreiter der Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (GNU) auf die Idee, diese Eichenbalken könnten doch auch noch zur Rettung anderer beitragen, nämlich der Wildbienen.

Zusammenarbeit mit dem Cari-Werk

Die GNU brachte die Idee beim städtischen Fachbereich Grünflächen vor und bekam von Leiter Dirk Buddenberg grünes Licht für das Projekt. Weil die aktiven Praktiker der GNU mit anderen Aufgaben ausgelastet waren, nahm die GNU Kontakt zum Cari-Werk auf. Das Cari-Werk ist ein Projekt des Caritasverbands Gütersloh, das Wiedereingliederungsmaßnahmen für ehemals Suchtkranke leitet. Auf diese Weise konnte die Idee rasch umgesetzt werden, heißt es in einer Mitteilung von Angelika Daum vom Vorstand der GNU.

Löcher zum Nisten

Wildbienen lebten meist als Einzelgänger, also nicht in Staaten, und seien wichtige Bestäuber, erläutert Daum. Die meisten Arten bauten die Röhren für ihre Gelege in offenem Boden. Ein Teil von ihnen brauche jedoch Löcher in totem Holz zum Nisten. Dazu eigne sich das Hartholz der Eichenstelen besonders gut. Weil aber auch ein sonniger Standort notwendig sei, seien nicht alle Stelen angebohrt, sondern nur neun ausgewählt worden.

Friedliche Wildbienen

An der Dalke fänden Wildbienen nun ein attraktives Angebot vor und könnten von den Spaziergängern mit etwas Glück dabei beobachtet werden, wie Pollen für die Bienen-Brut in die Löcher getragen würden oder wie die Löcher am Ende geschlossen würden. Angst müsse beim Beobachten niemand haben, betont Angelika Daum. Die Wildbienen seien in der Regel sehr friedlich.

Anregung für den eigenen Garten

Am Dalkeweg könnten die Tiere vermutlich genug Blühpflanzen in der Nähe finden. Das sei wichtig, denn sie hätten einen deutlich kleineren Aktionsradius als Honigbienen. Die GNU wünsche sich, dass die Stelen nicht nur von den Wildbienen gut angenommen würden, sondern dass sie mehr Menschen auf diese Insekten aufmerksam machten. „Manch einer überlegt sich vielleicht, den Tieren auch in seinem Garten attraktive Angebote an Blumen, Nisthilfen oder offenen Bodenflächen zu machen“, hofft Angelika Daum. Für weitere Informationen über Wildbienen hat die Umweltberatung der Stadt das Faltblatt „Keine Angst vor wilden Bienen“ aufgelegt. 

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