Gütersloh ADFC will mehr Platz für Radfahrer

Gütersloh (gl/rebo) - Der Kreisverband Gütersloh des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) möchte angesichts der Corona-Pandemie mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer schaffen. Nur so sei der geforderte Abstand auf Rad- und Fußwegen einzuhalten, erklärt Daniel Neuhaus.

Er ist Vorsitzender des ADFC-Kreisverbands. In einem Brief an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst fordert der ADFC-Landesverband zusammen mit Mobilitätsinitiativen und Radentscheiden eine Corona-sichere Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger. Dem Aufruf haben sich auch der Kreisverband Gütersloh und der Radentscheid Bielefeld angeschlossen.

Radfahrer werden auf enge Wege gezwungen

„Abstand halten ist das Gebot der Stunde. Doch der empfohlene Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern ist auf den bestehenden Fuß- und Gehwegen fast nirgendwo einzuhalten“, so Neuhaus. An vielen Stellen würden Radfahrer auf enge Wege gezwungen, die in beide Richtungen als benutzungspflichtig ausgeschildert seien.

Im Januar hatte sich der ADFC – wie berichtet – mit einem Bürgerantrag dafür eingesetzt, dass in Höhe der Baustelle Kaiserquartier an der Friedrich-Ebert-Straße die rechte Spur mit Warnbaken von der linken Kfz-Spur getrennt und dem Rad- und Fußverkehr zur Verfügung gestellt wird.

Pop-Up-Bikelanes wie in Berlin als Vorbild?

Diese Maßnahmen hielt der ADFC schon vor der Corona-Pandemie für erforderlich, weil Radfahrer auf dem „gerade mal 1,60 Meter breiten Radweg gegenüber der Baustelle auf einen Kollisionskurs geschickt werden“.

Die Stadtverwaltung hatte erklärt, das sei nicht möglich, weil durch die Baustelleneinfahrt eine Gefährdungslage bestehe.

Aktuell verweist der ADFC auf das Vorbild in anderen Städten. Weil der motorisierte Verkehr zurückgegangen sei und viele Menschen aufs Rad umstiegen, seien zum Beispiel in Berlin sogenannte Pop-Up-Bikelanes mit geringem baulichem Aufwand, aber hohem Effekt für Radfahrer eingerichtet worden. „Berlin hat gezeigt, dass Pop-Up-Bikelanes quasi über Nacht möglich sind. Das kann in Corona-Zeiten jede Stadt in Deutschland an Hauptverkehrsstraßen schaffen“, so Neuhaus.

Ampeln zwingen zur Berührung

Zum wiederholten Mal übt der ADFC auch Kritik an Ampeln, an denen Fußgänger und Radfahrer nur per Anforderung ein grünes Signal erhalten. „Das ist in Pandemie-Zeiten noch bedenklicher als sonst, da die Menschen keine Flächen berühren sollten, mit denen andere in Kontakt kommen“, so Neuhaus. Die Ampeln mit langen Wartezeiten führten zudem zu verstärkten Gruppenbildungen.

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