Gütersloh
Corona-Stück wird online uraufgeführt

Gütersloh (gl) - Theater ist immer ein Spiegel der Welt und deren Befindlichkeiten. Auch und gerade in Corona-Zeiten. Ganz bewusst wollen die Macher innovative Lebenszeichen senden, um mit Kulturschaffenden und Publikum in Verbindung zu bleiben.

Donnerstag, 02.04.2020, 18:27 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 19:16 Uhr

Deshalb geht das Theater Gütersloh ab Donnerstag, 9. April, 19.30 Uhr mit der digitalen Uraufführung „Corona zu zweit“ über die Internetseite www.theater-gt.de online. Das Stück stammt von Joachim Zelter, dem Autor des Bühnenerfolgs „Der Prediger“. Der preisgekrönte, in Tübingen ansässige Literat hat das Zweipersonenstück innerhalb von wenigen Tagen verfasst.

Unter der Regie des Künstlerischen Leiters Christian Schäfer und mit Hilfe des freischaffenden Gütersloher Video-Teams Marwin Gansauge und Kai Uwe Oesterhelweg wird es zurzeit von den Darstellern Christine Diensberg und Fabian Baumgarten, die man aus früheren Eigenproduktionen („Der letzte Cowboy“, „Loreley“) kennt, in deren privaten Räumen aufgenommen. Die Musikerin Miriam Berger, die man noch als Tochter aus dem „Prediger“ kennt, wird den Soundtrack beisteuern.

„Corona zu zweit“ greift die aktuelle Lage auf. Entstanden ist eine beinahe tagesaktuelle, tragikomische Begegnung zweier Menschen, die in Corona-Zeiten in ihrer häuslichen Umgebung auf sich zurückgeworfen sind. Rita findet ihren neuen Nachbarn hinreißend schön. Doch wie kann sie seine Aufmerksamkeit auf sich lenken? Sie hat eine Idee. Die ist so durschlagend gut, dass ihr Nachbar schon nach kurzer Zeit an ihrer Tür steht und klingelt. So entfaltet sich ein wahnwitziges Kammerspiel, während um sie herum das Coronavirus das Land zunehmend in einen surrealen Ausnahmezustand versetzt, in welchem Liebe und Tod sich immer näherkommen.

Mit dem Projekt will das Theater Gütersloh, das zunächst – wie alle Theater in Deutschland – bis zum 30. April 2020 geschlossen bleibt, auch ein Stück weit der plötzlich so grundlegend veränderten Situation im Kulturbetrieb, die vor allem die freischaffenden Künstler, Schauspieler, Autoren und Musiker hart trifft, etwas entgegensetzen. Denn mit der Schließung des heimischen Programmtheaters geht ihnen eine Erwerbsquelle verloren.

Je nach Dauer der Krisenzeit hat Christian Schäfer laut Mitteilung weitere Projekte in Planung. So bleibt das Theater Gütersloh auch in der Krisenzeit Produktionsstätte für neue Dramatik. Der Online-Zugang zum Stück „Corona zu zweit“ ist frei. Um Spenden für den Theaterförderverein, der diese und weitere Produktionen unterstützt, wird gebeten.

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