Gütersloh
Vierte Reinigungsstufe deutlich teurer

Gütersloh (din) - Schon 2016 hat der städtische Planungsausschuss beschlossen, das Klärwerk Putzhagen mit einer vierten Reinigungsstufe zu versehen. Sie soll Mikroschadstoffe wie zum Beispiel Arzneimittel, Chemie- und Industrierückstände eliminieren, bevor das gereinigte Wasser in die Dalke geleitet wird.

Donnerstag, 05.03.2020, 20:51 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 11:16 Uhr

Jetzt zeichnet sich ab: Das Bauvorhaben wird deutlich teurer – wenn es denn überhaupt umgesetzt wird. Das kennt man schon: Laut einer groben Machbarkeitsstudie von 2016 war die Maßnahme mit 4,2 Millionen Euro veranschlagt. Inzwischen sind mehr als dreieinhalb Jahre vergangen. In einer Vorlage für den Planungsausschuss (17. März) werden die voraussichtlichen Kosten jetzt mit 5,6 Millionen Euro angegeben.

Grund sei die Preisentwicklung seit 2016. Bau-, Maschinen- und Technikkosten seien im Schnitt um nahezu 25 Prozent gestiegen. Auch Honorare seien an die Kostenentwicklung anzupassen.

Die jetzige Summe beruht auf einer Entwurfsplanung, die laut Beschlussvorlage seit dem 26. Februar vorliegt. Der gesamten Planungsprozess hatte sich demnach verlängert, weil sich die Vergabe von Ingenieurleistungen nach einer ersten Ausschreibung verzögert hatte. Wegen unterschiedlicher Auffassungen über den Umfang der Leistungen zwischen Stadt und Anbieter war eine zweite Ausschreibung erforderlich, so dass die Beauftragung und eine detailliertere Vorplanung erst Mitte vergangenen Jahres beginnen konnte, wie es in der Vorlage steht.

Die Stadt sitzt jetzt zweifach in der Bredouille. Sie hat bereits eine 70-prozentige Förderzusage durch die NRW Bank. Die ist allerdings auf höchstens 2,9 Millionen Euro begrenzt. Außerdem kann die Stadt einmalig ihre Abwasserabgabe an das Land mit den Baukosten verrechnen, das sind 380 000 Euro. Damit stünden den Kosten von 5,6 Millionen Euro Einnahmen in Höhe von 3,28 Millionen Euro gegenüber.

Das Problem: Laut Förderbescheid muss die Anlage bis zum 18. August 2021 fertiggestellt sein. Der Zeitplan der Entwurfsplanung geht von November 2021 aus. Die Bezirksregierung hat laut Vorlage signalisiert, sie würde eine Verlängerung der Frist unterstützen.

Drei Möglichkeiten

Die Stadt hat nun drei Möglichkeiten: Sie könnte einen neuen Förderantrag stellen. Dann würde sie laut Vorlage aber nur noch einen 50-prozentigen Zuschuss bekommen. Sie könnte zweitens – das Vorhaben beenden. Dann wären 200 000 Euro für die Vorplanung verloren und für schon beauftragte Leistungen in Höhe von 200 000 Euro eine Entschädigung fällig. Zwar gibt es derzeit nach Angaben der Stadt noch keine Verpflichtung, eine vierte Reinigungsstufe zu bauen. Aber es sei damit zu rechnen, dass die Bezirksregierung ab 2021 auch an die Kläranlage Putzhagen Anforderungen stelle, die eine sogenannte GAK-Filtration erforderten. Die Stadtverwaltung plädiert für die dritte Lösung: „Das Projekt wird fortgeführt und bis voraussichtlich Ende November 2021 umgesetzt.“

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