Gütersloh
Kreis erklärt Irrtum beim Corona-Befund

Gütersloh (din) - Wie konnte das passieren? Am Mittwoch hat der Kreis Gütersloh über den ersten vermeintlichen Corona-Fall in einer Kommune des Kreises informiert. Am Donnerstagmorgen kam die Entwarnung: Der Endbefund des Labors sei negativ gewesen. Grund war wohl eine Kommunikationspanne.

Freitag, 06.03.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 11:16 Uhr

Es gab also zumindest bis Donnerstagabend keine bestätigte Corona-Infektion im Kreis Gütersloh. Tatsächlich waren laut Dr. Reinhardt Michels, stellvertretender Leiter der Abteilung Gesundheit, zwei Labore an der Untersuchung beteiligt. Der erste Test des zweistufigen Verfahrens auf Virenstämme sei positiv ausgefallen, das Ergebnis sei dem Kreis übermittelt worden. Der zweite Test auf das konkrete Coronavirus Sars-Co-V-2, der Stunden später von einem anderen Labor vorgenommen worden sei, und damit der endgültige Befund, sei negativ gewesen, sagte Michels am Donnerstag vor der Presse.

Dass der Kreis erst nur über das erste Ergebnis informiert worden sei, sei ein besonderer Fall gewesen. Thomas Kuhlbusch, Dezernent Gesundheit, Ordnung und Recht, sagte, normalerweise würde der Kreis vor einer Information der Öffentlichkeit das Endergebnis abwarten.

Laut Kuhlbusch hatte sich der ältere Mann aus Rheda-Wiedenbrück mit Symptomen bei seinem Hausarzt gemeldet, der ihn in der Praxis auf Influenza und das Coronavirus testete. Dann nahm das vorgeschriebene Meldeverfahren in Abstimmung mit der Stadt Rheda-Wiedenbrück seinen Lauf. Der Mann wurde unter häusliche Quarantäne gestellt. Die werde durch Anrufe auf dem Festnetz sichergestellt, hieß es. Dem Mann nahe stehende Personen wurden ebenfalls auf das Coronavirus getestet. Das Ergebnis sei in allen Fällen negativ gewesen, so Kuhlbusch.

Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) bezog auch Stellung zur Informationspolitik des Kreises: Wegen des eng begrenzten Personenkreises und der häuslichen Quarantäne sei es nicht erforderlich gewesen, weitere Maßnahmen zu ergreifen. „Insofern haben wir auch zum Schutz der Betroffenen in der ersten Information darauf verzichtet, den Ort zu benennen. Die Patienten verdienen, dass wir den Datenschutz beachten und ihr Privatleben schützen“, sagte Adenauer.

Wenn es aus sachlichen Gründen erforderlich sei, werde man auch den Ort nennen, ergänzte Kuhlbusch. „Wir haben die Lage im Griff, und die Situation ist nicht so ernst, wie sie dargestellt wird“, versicherte Adenauer. Gleichwohl müsse davon ausgegangen werden, dass es irgendwann die ersten Corona-Fälle im Kreis geben werde. Adenauer: „Wir nehmen die Sorgen der Bürger sehr ernst.“

Die am Montag eingerichtet Bürgerhotline werde rege genutzt, berichtete Michels. Am Montag habe es etwa 20 Anrufe gegeben, am Dienstag und Mittwoch seien es 30 bis 40 gewesen, am Donnerstag 50. Unter Telefon 05241/854500 informieren Mitarbeiter des Kreises montags bis freitags zwischen 8 und 17 Uhr zu Fragen rund um das Virus. Die häufigsten Fragen lauteten, wie man sich verhalten solle, ob man noch zu Veranstaltungen gehen und verreisen könne. Empfehlungen dazu gibt zum Beispiel das Robert-Koch-Institut.

Kuhlbusch sagte, das Beachten von Hygieneregeln (Händewaschsen) reiche aus. Wer grippeähnliche Symptome habe, solle seinen Hausarzt anrufen und das weitere Vorgehen besprechen. Außer Maßnahmen der Abteilung Gesundheit im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes seien zurzeit keine weiteren Maßnahmen der örtlichen Ordnungsbehörden erforderlich. „Insbesondere ist aktuell kein Anlass erkennbar, der eine vorsorgliche Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen erforderlich macht“, hieß es gestern.

Übrigens: Laut Michels werden kreisweit jeden Tag an die 20 neue Influenza-A-Fälle gemeldet.

www.rki.de

www.infektionsschutz.de

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