Gütersloh Sicherer Hafen mit begrenztem Platz

Gütersloh (eff) - Kann und will die Stadt Gütersloh das leisten, was sie sich laut Ratsbeschluss auf ihre Fahnen geschrieben hat? Ein „sicherer Hafen“ für aus Seenot gerettete Flüchtlinge, insbesondere Kinder und Jugendliche. Der Rat habe sich zu Zahlen  bisher nicht geäußert, sagt die Stadt.

Den Namen „Sicherer Hafen“ trägt das Bündnis von inzwischen mehr als 100 Kommunen, in dem Gütersloh Mitglied ist. Die Verpflichtungen daraus wurden zuletzt von etlichen Verbänden, Vereinen und politischen Parteien angemahnt. Der Oberbürgermeister der Stadt Hamm, Thomas Hunsteger-Petermann (CDU), ist in die Offensive gegangen und stellte mit Blick auf die deprimierenden Vorgänge an der türkisch-griechischen Grenze fest, kurzfristig 300 bis 500 Plätze in Wohnungen oder Übergangswohnheimen für die Unterbringung von Flüchtlingen bereitstellen zu können. Kann Gütersloh Ähnliches leisten? Diese Zeitung fragte bei der Stadt nach.

 „Wir sind organisatorisch und personell aktuell gut aufgestellt und können mit steigenden Zuweisungen umgehen“, sagte Stadtsprecherin Susanne Zimmermann, schränkte indes ein: „Die Unterbringungskapazitäten finden schnell ihre Grenzen, ohne dass wir die Möglichkeit haben, diese absehbar zu erweitern.“ Zurzeit verfüge die Stadt rechnerisch über 63 freie Plätze in den dafür geschaffenen Unterkünften. Die freien Kapazitäten verteilten sich über das gesamte Stadtgebiet.

Aktuell 787 Schutzsuchende

 Laut Auskunft der Stadtverwaltung lebten aktuell 787 Menschen in diesen Unterkünften, die als Geflüchtete Gütersloh zugewiesen worden seien. Zusätzlich würden in den nächsten zwei Wochen 16 neu zugewiesene Personen untergebracht. Der Wegfall der Parseval-Siedlung am Flughafen Ende des Jahres wirke sich nicht erschwerend aus, so die Verwaltung. Die Stadt stehe in Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), dass die Familien aus der Parseval-Siedlung an andere Wohnstandorte im Bima-Eigentum umziehen könnten. Diese Wohnungen seien bei den vorgenannten freien Platzkapazitäten nicht berücksichtigt.

Die Stadt Gütersloh betont, „im Rahmen ihrer solidarischen Verpflichtung bereitwillig ihren Beitrag zu leisten, den Menschen, die der Bund nach Deutschland aufnimmt, Schutz, Sicherheit und Hilfe zu leisten“. Aber die Ratsmitglieder hätten nach dem Beitritt ins Bündnis „Sicherer Hafen“ bisher keine Entscheidung darüber getroffen, ob und wie viele Menschen zusätzlich zur regulären Zuweisung aufgenommen werden könnten – weder für aus Seenot Gerettete, noch für Personen aus Auffanglagern in Griechenland oder anderen Orten. „Wir gehen seitens der Stadt davon aus, dass sich der Rat in seiner nächsten Sitzung am Freitag, 27. März, mit dieser Frage beschäftigen wird“, sagt Susanne Zimmermann.

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