Gütersloh Wo der ADFC eine Radfahrspur fordert

Gütersloh (din) - Seit die Baustelle für das neue Kaiserquartier eingerichtet worden ist, müssen Radfahrer und Fußgänger auf die andere Seite der Friedrich-Ebert-Straße ausweichen. Dieser Zustand dürfte noch bis zum Jahresende andauern. Der ADFC will sich damit nicht abfinden.

Betroffen sind Radfahrer und Fußgänger, die auf der rechten Seite in Richtung Kaiserstraße unterwegs sind. Sie werden zurzeit an der Eickhoffstraße auf die andere Seite der Friedrich-Ebert-Straße geleitet. Radfahrer sollen dort den Radweg in entgegengesetzter Richtung benutzen. An der Kaiserstraße sollen sie wieder auf die rechte Seite hinüberwechseln. Der gesperrte Rad- und Gehweg und ein Teil der Straße werden als Baustellenzufahrt und Rangierbereich genutzt.

„Dies stellt für Radfahrer eine nicht länger hinnehmbare Situation dar“, schreibt Daniel Neuhaus vom Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Gütersloh in einem Bürgerantrag. Andernorts werde Radlern zurecht mit Aktionen wir „Geister-Radler“ eingeschärft, nicht auf der linken Straßenseite zu fahren. An der Friedrich-Ebert-Straße würden sie „geradezu aufgefordert, die Fahrt auf der anderen Straßenseite fortzusetzen“, heißt es.

Der ADFC fordert deshalb, „auf der Friedrich-Ebert-Straße zwischen der Einmündung Berliner Straße und der Einmündung Kaiserstraße in Fahrtrichtung Spexard einen der beiden Fahrstreifen physisch abzutrennen, für Kraftfahrzeuge zu sperren und für die Nutzung durch Radfahrer und Fußgänger freizugeben“. Die Abtrennung solle durch Baken oder gut sichtbare und biegsame Poller geschehen.

Beispiele für geschützte Radfahrstreifen gebe in immer mehr deutschen Städten – zum Beispiel in Berlin an der Karl-Marx-Straße. Der ADFC plädiert für eine Umsetzung im ersten Quartal dieses Jahres. Da an der Stelle nur wenige Fußgänger unterwegs seien, könnten sie den Streifen mit benutzen.

An der Friedrich-Ebert-Straße muss laut Beschilderung der Radweg benutzt werden. Würden Radfahrer der Umleitung folgen, müssten sie zweimal – vor und hinter der Baustelle – die Straße queren, so Neuhaus. Viele blieben dann einfach auf der anderen (dann falschen) Seite, weil sie nicht noch einmal warten wollten. Radfahrer stünden zweimal sehr lange an Ampelanlagen, die für den Autoverkehr optimiert seien.

Überdies sei der Radweg auf der linken Seite mit 1,60 Metern so schmal, dass Begegnungsverkehr nicht möglich sei. Der Radweg sei ferner durch Poller beengt, die im Dunkeln leicht zu übersehen seien. Mehrere Gespräche mit der früheren Radverkehrsbeauftragten, dem Bürgermeister und der Arbeitsgemeinschaft Fuß und Rad zuletzt am 12. September 2019 hätten nicht gefruchtet, so Neuhaus.

Bei der Stadt hieß es auf Nachfrage, an der Friedrich-Ebert-Straße bestehe eine Radwegebenutzungspflicht. Sperrung und Umleitung seien „in Abstimmung mit der Polizei erfolgt“, so Sprecherin Susanne Zimmermann. Der Abbau der Poller habe sich aus organisatorischen Gründen verzögert und solle an diesem Mittwoch erfolgen.

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