Gütersloh Kirche Zum Guten Hirten soll erhalten werden

Gütersloh (rebo) - Wenn in Zukunft nur noch eine Kirche in der Region Nord der Evanglischen Kirchengemeinde Gütersloh für Gottesdienste und Gemeindearbeit genutzt werden kann, dann soll es die Kirche Zum Guten Hirten sein. Das hat eine Befragung der Gemeindeglieder in der Evangeliumskirche ergeben.

Von Anonymous User

Von 376 abgegebenen Stimmen entfielen 213 auf den Erhalt der Kirche Zum Guten Hirten. Dass es sich nicht vermeiden lässt, eines der beiden Gotteshäuser aufzugeben, erläuterte am Sonntag Pfarrer Eckhard Heidemann, Vorsitzender des Presbyteriums, vor der Abstimmung noch einmal ausführlich. Die Zahlen der Gemeindemitglieder gingen zurück. Die Finanzkraft der evangelischen Kirche auch in Gütersloh werde sich unter anderem durch sinkende Kirchensteuereinnahmen in den kommenden Jahren deutlich reduzieren. Die Pfarrstellen würden bis 2029 von neun auf sechs verringert.

Drei Möglichkeiten

Heidemann stellte erneut drei Konzepte vor, wie in Zukunft mit dem Gebäudebestand in der Region Nord umgegangen werden könnte. Wie berichtet, hatte die Dortmunder Architektin Imke Sass vorgeschlagen, in die Kirche Zum Guten Hirten seniorengerechte Wohnungen einzubauen. Für dieses Projekt müsste ein Investor gefunden werden. Für den Erhalt der Evangeliumskirche ergäben sich zwei Möglichkeiten. Einmal mit dem Neubau eines Gemeindehauses an der Evangeliumskirche und einmal mit der Weiternutzung des Gemeindehauses Zum Guten Hirten. An die Evangeliumskirche würde in diesem Fall ein kleiner Gemeindesaal angesetzt.

213 Stimmen für den Guten Hirten

Weiterer Vorschlag von Imke Sass: die Evangeliumskirche zu verkaufen und den Standort zum Guten Hirten erhalten. Für diese Möglichkeit votierten am Sonntag 213 Gemeindeglieder. 84 sprachen sich für den Erhalt der Evangeliumskirche mit einem neugebauten Gemeindehaus aus. Für den Erhalt der Evangeliumskirche in Kombination mit der Weiternutzung des Gemeindehauses Zum Guten Hirten sprachen sich 68 der Stimmberechtigten aus.

Ein Meinungsbild

Dass das Ergebnis der Abstimmung nicht gleichbedeutend mit der Umsetzung des bevorzugten Vorschlags sei, betonte Eckhard Heidemann noch vor der Stimmabgabe. „Heute fällt keine Entscheidung. Wir wollen ein Meinungsbild.“ Das Presbyterium werde im Anschluss prüfen, ob sich das Konzept umsetzen lasse. Dann folge das Genehmigungsverfahren, in das das Kreiskirchenamt, das Landeskirchenamt und möglicherweise die Untere Denkmalbehörde einbezogen würden. Weil das Presbyterium im März neu gewählt wird, geht Heidemann davon aus, dass es noch eine Weile dauert, bis eine Entscheidung getroffen werden kann.

Blick auf die Jugendarbeit ist wichtig

Bevor die Versammlungsteilnehmer auf dem Stimmzettel ihr Kreuzchen an einem der drei Vorschläge markierten, tauschten sie Pro- und Kontra-Argumente für die einzelnen Möglichkeiten aus. Bei aller Einsicht in die finanzielle Notwendigkeit, eines der beiden Gotteshäuser aufzugeben, hängt das Herz der Gemeindemitglieder an ihrer Heimatkirche. „Es geht um die Frage, wie wir die Menschen in die Kirche bekommen“, sagte Versammlungsteilnehmerin Ingrid Müller. Wilko Wiesner ergänzte: „Wir müssen den Blick vor allem auf die Jugendarbeit richten. Und die gelingt besonders in der Kirche Zum Guten Hirten ausgezeichnet.“

„Jede Entscheidung wird Schmerzen verursachen“

Friedhelm Reichert fasste zusammen, was viele bewegt. „Ich bin sehr betroffen von dieser Entscheidung. Es fällt mir gerade schwer, zu sprechen“, sagte der Kirchmeister. „Wir befinden uns in einem Dilemma. Egal, wie wir entscheiden, die Entscheidung wird Schmerzen verursachen.“ Aber es gehe um den Zusammenhalt der Gemeinde, um den sich alle bemühen sollten, appellierte Reichert. „Wir müssen für die Zukunft eine Entscheidung treffen, die alle mittragen können.“

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