Gütersloh
Bei Kattenstrother Narren geht die Post ab

Gütersloh (jed) - Eines vorweg: Karneval kann weder die Welt retten, noch den Klimawandel stoppen. Aber er vermag stundenweise ein Lachen in die Gesichter der Menschen zu zaubern. Genau das hat auch der Kattenstrother Karnevals Club am Samstag bei seiner Karnevalssitzung in der Stadthalle getan.

Sonntag, 09.02.2020, 15:20 Uhr

Durch das Fehlen einer Stimmungsrakete – zuletzt waren die Landeier und Stars aus dem Kölner Raum zu Gast – erreichte die Einstimmung auf die fünfte Jahreszeit nach Einschätzung langjähriger Beobachter nicht ganz an die hohe Humorlatte der Vorjahre heran. Auch das Bühnenprogramm endete für KKC-Verhältnisse ungewöhnlich früh.

KKC zieht alle Register

Und doch bescherten die Mitglieder des KKC mit einer Mischung aus Unbekümmertheit, Fröhlichkeit, unbeschwertem Beisammensein, Heiterkeit und überschäumenden Lebensfreude ihren Gästen eine lange und bunte Partynacht. Trotz eines Konfetti-Verbots zog der Karnevalsverein wie im Refrain ihres Lieds („Ab geht die Post nach Gütersloh. . ., Da feiern wir mit Maschi Mau Karneval total. Heut’ feiern wir, heut’ feierst Du, denn das ist ganz normal“) wieder alle Register seiner Feierkünste.

Zum 40. Mal kamen die Aktiven der fünf KKC Tanzabteilungen „Schlümpfe“, „Maschi-Mäuschen“, „Die Lümmels“, „Die Traumtänzer“ sowie die „Mini-Mäuschen“-Gruppe mit Elferrat und Prinzengarde zusammen. Für den KKC ist der jährliche Vereinstreff sowohl Leistungsschau der Tanzformationen, als auch der Beweis dafür, „dass Karneval nicht nur ein Lebensgefühl, sondern eine lebensbejahende Einstellung ist“, so Präsidentin Ina Seidel. Das Sessionsmotto: „In Kattenstroth sagt Groß und Klein, es ist schön, ein Narr zu sein“, passte dazu wie die Schminke zum Clown.

Jüngste Prinzessin der Vereinsgeschichte

Das von rund 400 Besuchern frequentierte Treffen dient überdies als Proklamationsort des Prinzenpaars. 2020/2021 regieren das Friedhofsgärtnerpaar Prinz Dominik Alexander (30) aus der Prinzengarde und ihre Lieblichkeit Prinzessin Chantal Neufang über das Kattenstrother Narrenvolk. Die 19-Jährige ist die jüngste Regentin in der Historie des Vereins. 

Für den Lacher des Abends sorgte Prinzengarden-Kommandeur Christian Randerath. Er begrüßte Bürgermeister Henning Schulz mit den Worten „Es ist Wahlkampf. Da reicht es nicht, Narren um sich zu scharren. Da müssen auch die Karnevalisten herhalten“ willkommen. An Karneval ist ein kleiner Scherz schließlich erlaubt.

Männerballett begeistert

Der umjubeltste Programmpunkt kam traditionell zum Schluss. Nach dem Fanfarenzug Rietberg, den Tänzen sowie zwei Büttenrednern setzte das Männerballett „Die Traumtänzer“ dem bunten Treiben das imaginäre Karnevalskrönchen auf. In diesem Jahr unternahm die choreographisch von Trainerin Sabine Mühlberg bestens vorbereitete Truppe mit Dirndl und Lederhose einen Ausflug nach Bayern, um mit Andreas Gabaliers „Hulapalu“ den Startschuss für die inoffizielle Party zu geben.

Sozial-Orden verliehen

Das Stichwort „den Menschen das Lachen zurückgeben“ schrieb sich der KKC auch bei der Vergabe des Sozial-Ordens „Kattenbuern“ auf die Fahne. Traditionell werden in dem bewusst gesetzten Kontrapunkt der Frohsinnsveranstaltung immer auch jene bedacht, die ihr Leben abseits des Rampenlichts fristen.

In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Renate und Rainer Bethlehem für ihr Faba-Naturprojekt. Seit 13 Jahren kümmert sich das Isselhorster Ehepaar um Kinder aus Familien mit Sucht- oder psychischen Erkrankungen. Initiator Rainer Bethlehem unterstrich in seiner Dankesrede: „Ehrenamt ist total toll. Man muss zwar viel geben, bekommt aber auch jede Menge zurück. Deshalb steht bei uns der Spaß im Vordergrund“.

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