Gütersloh
Sabine nicht vergleichbar mit Kyrill

Kreis Gütersloh (rebo/ei/din) - Allem Anschein nach hat die Furcht vor dem Sturm Sabine größere Auswirkungen gehabt als der Sturm selbst. Schüler blieben zuhause. Veranstaltungen wurden abgesagt. Verletzt wurde nach bisherigem Stand niemand. Und die Schäden halten sich in Grenzen.

Dienstag, 11.02.2020, 06:59 Uhr

Bis Montagmittag verzeichnete die Kreisleitstelle in der neuen Rettungswache kreisweit 146 Einsätze, wie Kreissprecher Jan Focken mitteilte. An die 600 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um abgeknickte Äste oder umgestürzte Bäume zu beseitigen. Die meisten Einsätze entfielen auf die Kreisstadt.

Laut Stadtsprecherin Susanne Zimmermann musste die Gütersloher Feuerwehr bis zum Morgen 43-mal ausrücken. In 30 Fällen hätten die Einsatzkräfte umgestürzte Bäume oder Äste beseitigen müssen. So war schon am Sonntagnachmittag eine Birke auf den Stadtring Sundern gestürzt. In mehreren Fällen ging es um umgestürzte Schilder oder herabfallenden Gegenstände.

In der Leitstelle der Kreispolizeibehörde gingen die meisten Anrufe zwischen 0 und 1.30 Uhr ein.

An der Aral-Tankstelle am Nordring lösten sich in der Nacht zwei Dachpaneele und fielen auf die Fahrbahn, wie ein Sprecher bestätigte. „Es ist sehr glimpflich abgelaufen und es wurde niemand verletzt.“ Man habe die Feuerwehr gerufen und die Zapfsäulen darunter gesperrt, sagte der Sprecher. Entgegen anderen Aussagen bestand für das Dach keine Gefahr, abgehoben zu werden.

Keine Personen verletzt

Insgesamt registrierte die Feuerwehr weder Personen-, noch außergewöhnliche Sachschäden, heißt es in der Bilanz. Beim städtischen Fachbereich Grünflächen war die Aufnahme der Sturmschäden am frühen Montagnachmittag noch nicht abgeschlossen. Dort gingen noch einzelne Meldungen aus der Bevölkerung ein, so Zimmermann. Im Rieger Park stürzte eine Pyramidenpappel um. Im Botanischen Garten brach ein großer Ast aus der Krone einer Buche. Die Anlage blieb am Montag für die Aufräum- und Säuberungsarbeiten geschlossen.

Bäume stürzten auch im Bereich des Wäldchens im Reke im Gütersloher Osten um. Mitarbeiter des Fachbereichs Grünflächen waren in der Stadt unterwegs, um Baumstandorte in Augenschein zu nehmen und zum Beispiel auf Spielplätzen aufzuräumen. Die Sprecherin: „Insgesamt sind die Schäden deutlich geringer als seinerzeit beim Sturm Kyrill.“ Dennoch sollten die Parks in den nächsten Tagen möglichst gemieden werden.

In der OWL-Arena in Halle war am Sonntag das für den Abend geplante Konzert mit Andrea Berg abgesagt worden („Die Glocke“ berichtete). Bertelsmann sagte am Sonntag das für Montag geplante Forum im Corporate Center mit dem luxemburgischen Premierminister Xavier Bettel ab. In Schloß Holte-Stukenbrock war ein Autofahrer in der Nacht mit seinem Bulli auf der Bielefelder Straße gegen einen umgestürzten Baum gefahren. Der Fahrer blieb unverletzt. Der Schaden wird auf 8000 Euro geschätzt.

Schüler bleiben zu Hause

Die gravierendsten Auswirkungen hat Sturm Sabine auf den Schulunterricht gehabt. Die Stadt hatte mit den Schulen vereinbart, den Eltern zu empfehlen, ihre Kinder am Montag nach Möglichkeit zu Hause zu lassen. Eine Betreuung werde gewährleistet, erklärte die Stadt auf ihrer Internetseite. Die städtischen Kindertageseinrichtungen blieben am Montag geöffnet. „Aber auch hier empfiehlt die Stadt, die Kinder, wenn möglich, zu Hause zu lassen“, lautete der Hinweis im Internet.

In ein leeres Klassenzimmer blickte Johannes Reckendrees, Leiter der Elly-Heuss-Knapp-Realschule. Nur 16 Schuler erschienen morgens.

Die meisten Eltern entschieden, ihre Kinder nicht durch den Sturm zur Schule zu schicken. An der Grundschule Josefschule hieß es am Montag auf Nachfrage, von 147 Schülern seien 15 in die Schule gekommen. Sie würden bis zum Nachmittag betreut. Von 1200 Schülern der Anne-Frank-Gesamtschule kamen 15 der Sekundarstufe eins und 25 der Sekundarstufe zwei zur Einrichtung am Saligmannsweg. „In der Oberstufe findet Unterricht statt“, erklärte Schulleiter Jan Rüter. „Der ist heute sehr individuell.“ Für die Kinder der unteren Klassen gebe es ein Betreuungsprogramm.

Ähnlich das Bild am Städtischen Gymnasium: „Jeweils etwa 20 Schüler der Sekundarstufen eins und zwei sind hierhergekommen“, sagte Schulleiter Axel Rotthaus. Die jüngeren würden in zwei Gruppen beschäftigt – bis 16 Uhr in der verlässlichen Ganztagsbetreuung. Die Älteren hätten mit den Lehrern gearbeitet. In der Elly-Heuss-Knapp-Realschule nahmen 16 Schüler das Betreuungsangebot in Anspruch. Individuelles Arbeiten in der Bibliothek oder Tischtennis in der Sporthalle – das Lehrerkollegium hatte etwas für den unterrichtsfreien Tag vorbereitet.

Lob von der Stadtschulpflegschaft

Christian Beckmann, Vorsitzender der Stadtschulpflegschaft Gütersloh, lobt die Entscheidung der Schulleitungen, wegen der Sturmwarnung den Eltern bereits am Freitag mitzuteilen, dass sie selbst entscheiden dürften, ihre Kinder zur Schule zu schicken. „Das ist deutlich besser gelaufen als vor zwei Jahren beim Sturm Frederike“, betont er. Noch besser wäre es gewesen, wenn gleich am Freitag klar entschieden worden wäre: Der Unterricht fällt am Montag aus und es werde nur eine Betreuung der Kinder garantiert. Die Entscheidung der Schulen sei richtig gewesen, versicherte Beckmann.

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