Gütersloh
Grünes Licht für großen Aldi-Neubau

Gütersloh (din) - Mit den Stimmen von CDU und SPD hat der Planungsausschuss am Dienstag grünes Licht für den Aldi-Neubau an der Ecke von Haege- und Brockhäger Straße gegeben. Endgültig entscheidet der Stadtrat am Freitag, 27. März, über den Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplans.

Dienstag, 11.02.2020, 20:26 Uhr

Der Discounter will dort einen zweigeschossigen Markt mit bis zu 1710 Quadratmetern Verkaufsfläche im Obergeschoss sowie Stellplätzen im Erdgeschoss und auf dem Hof bauen.

Grüne, BfGT, UWG und die erst im Rat stimmberechtigten Linken lehnten das Vorhaben ab. Sie plädierten für eine Wohnnutzung. Zuvor hatte Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) eine flammende Rede gegen den Standort gehalten. Er sei städtebaulich und verkehrlich nicht geeignet. Alternativen seien nicht ernsthaft geprüft worden. Andere Märkte würden Umsatzeinbußen erleiden. Dort verlaufe ein Schulweg, daher sei die verkehrliche Situation schwierig. Bäume dürften nicht für Stellplätze fallen. Die Kinder in der Tagesstätte dürften keiner weiteren Lärmbelästigung ausgesetzt werden. Es gebe viele Einwände von Bürgern, über die man sich nicht hinwegsetzen dürfe. Vergeblich schlug Niemann-Hollatz eine erneute Vertagung vor.

Irgendwann müsse man Gutachten auch Glauben schenken und „sagen, jetzt wird der Knoten durchgeschlagen“, erklärte Detlev Kahmen (CDU). Alle Fragen seien beantwortet und es sei normal, dass man „nicht immer alle mitnehmen kann“. Zahlreiche Unterschriften einer Online-Petition gegen den Standort stammten im Übrigen gar nicht aus Gütersloh, sondern zum Beispiel aus Regensburg, so Kahmen.

„Dieser Standort ist nicht ideal. Er hat seine Schwächen“, sagte Dr. Thomas Krümpelmann (SPD) zum Beispiel mit Blick auf den Verkehr an der Brockhäger Straße und die Ausfahrt an der Haegestraße. „Die heutige Lösung ist nicht perfekt, aber wir nehmen das in Kauf, um den Kunden in dem Gebiet eine Alternative zu bieten.“

Kahmen sagte, es gebe auch viele Fürsprecher, die sich nicht äußerten, weil sie fürchteten, gemobbt zu werden. Niemann-Hollatz nannte es „niederschmetternd, wie beratungsresistent CDU und SPD sind“.

Aus der Bürgerschaft habe es keine Signale für den Aldi gegeben, sondern nur dagegen, sagte Nobby Morkes (BfGT). Es gehe nicht nur um Bäume und Fledermäuse, es gehe um die Menschen. Deswegen sei man dagegen. Norbert Bohlmann (UWG): „Das Sinnvollste wäre, das Verfahren zu stoppen und das Gelände für das zu nutzen, wofür es am besten ist: Wohnen.“

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