Gütersloh
Sophia Thomalla als Neue im Baugewerbe

Gütersloh (gl) - Sand und Kies, Baggerschaufeln und Tieflader - Sophia Thomalla, Schauspielerin und Model, hat sich ein neues Geschäftsfeld erobert, das nichts mit Glamour und Auftritten auf dem Roten Teppich zu tun hat. Sie ist Markenbotschafterin und Gesellschafterin von Schüttflix.

Donnerstag, 13.02.2020, 21:39 Uhr

In dieser Woche ist sie zum Arbeiten in Gütersloh. Seit 7 Uhr ist die 30-Jährige auf den Beinen. Ein Fernsehsender berichtet über das neue Arbeitsfeld Thomallas und hat sich mit ihr und ihrem Team zum Dreh auf dem Gelände der Firma Hagedorn verabredet. Thomalla erläutert gern, wo der Unterschied liegt zwischen der Arbeit als Schauspielerin und dem Baugewerbe. „Auf dem Bau wird handfeste, körperliche Arbeit geleistet“, sagt sie. „Hagedorn bricht was ab und baut was Neues auf. Was im Fernsehen zu sehen ist, hat damit nicht das Geringste zu tun. Auch wenn ein Arbeitstag manchmal anstrengend sein kann, wenn man 14 Stunden beim Dreh ist, ist das nicht wirklich vergleichbar.“

Geschäftsverbindung entsteht „auf Schalke“

Thomallas Entscheidung, sich bei Schüttflix als Teilhaberin einzubringen, ist „auf Schalke“, in der Veltins-Arena, entstanden. Bei Spielen des FC Schalke traf sie immer wieder Thomas Hagedorn. Als er ihr von der Idee erzählte, mit Christian Hülsewig ein Start-up zu gründen, das Baustoffproduzenten, Spediteure und Kunden auf einer digitalen Plattform zusammenbringen soll, stand für sie fest: „Ich will nicht nur Testimonial sein, sondern mich beteiligen.“ Auf die Frage, ob die Investition in die Baubranche auch eine Art Altersvorsorge sei, antwortet Thomalla gelassen. „Sicher, auch das. Man muss schon ein bisschen in die Zukunft blicken. Wenn alles gut läuft, kann man noch mit 60 oder 70 Erfolg als Schauspielerin haben. Aber es kann auch von heute auf morgen vorbei sein.“

Gute Mischung

Schauspielerei und Baugewerbe ergäben einfach eine gute Mischung, fügt Thomalla hinzu. Für Schüttflix habe sie sich entschieden, weil sie der Erfahrung von Thomas Hagedorn vertraue, verrät sie. „Er hat einen Riecher dafür, was funktioniert und was nicht“, sagt sie mit einem Lächeln in Richtung Hagedorn.

Interesse an Schüttflix ist groß

Und der hat offenbar auch mit seiner Idee, Sophia Thomalla zu fragen, ob sie als Markenbotschafterin auftreten will, ein gutes Gespür gehabt. Das Interesse an Schüttflix von außen ist groß. Gerade weil Sophia Thomalla als eine der drei Gesellschafter neu in der Branche ist – und weil sie weiß, sich in Szene zu setzen.

„Tollste Frau“ - „sexistisch und geschmacklos“

Die Reaktionen auf Werbebanner, auf denen Thomalla leicht bekleidet auf Baustellen zu sehen ist, sind unterschiedlich. Auf Thomallas Instagram-Account schwärmen die einen: „Tollste Frau von Germany.“ In Lünen verhagelte ein Schüttflix-Plakat einer Passantin dagegen die Laune. Sie mailte an die Firma und erklärte, sie finde die Werbung „sexistisch und geschmacklos“.

„Wir machen, was zu uns passt“

Auch das nimmt Sophia Thomalla gelassen. „Es ist nicht unsere Absicht, mit unserer Werbung zu provozieren“, betont sie. „Die Aktion ist einfach witzig. Wir machen, was zu uns passt.“ Was zu ihr passt, bedeutet auch für Glamour-Girl Sophia Thomalla einen durchgetakteten Arbeitstag. Nach dem Dreh mit dem Fernsehteam und weiteren Interviewterminen steht am Nachmittag ein Auftritt bei der „Hinterland of Things“-Konferenz der Founders Foundation in Bielefeld an. Gemeinsam mit Christian Hülsewig spricht Sophia Thomalla darüber, was Schüttflix eigentlich macht und warum sie fest davon überzeugt ist, dass es ein Erfolgsmodell sein wird. Thomalla spricht vor nationalen und internationalen Vertretern der Start-up-Szene.

Manche Gesellschaftstermine sind Pflicht

Übrigens sei auch das, was nach außen so glamourös wirke, nicht immer ein Vergnügen, sagt Thomalla, bevor sie sich von ihrer Assistentin noch einmal das Make-up für die nächsten Fernsehaufnahmen richten lässt. Small Talk auf der Berlinale zum Beispiel sei eigentlich gar nicht ihr Ding. Neue Telefonnummern austauschen und oberflächliches Geplauder. Aber nicht hingehen, sei in der Branche eben auch keine Option.

Mit der Bahn zurück nach Berlin

Gegen 18 Uhr geht es dann von Gütersloh aus zurück nach Berlin – mit der Bahn. Weil es so klimafreundlich ist? Sophia Thomalla: „Mit dem Auto würde es einfach noch länger dauern, das hat mit Klima nichts zu tun. Da bin ich ehrlich.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7307800?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F
«Wut und Verzweiflung» - Kritik am zweiten Lockdown
Für viele Restaurants könnte die geplante zweite Schließung im November zu einer Pleite führen.
Nachrichten-Ticker