Gütersloh
Kreditgeschäft lässt Volksbank wachsen

Gütersloh/Bielefeld (din) - Das Kreditgeschäft brummt. Zum sechsten Mal in Folge weist die Volksbank Bielefeld-Gütersloh auch für das vergangene Geschäftsjahr 2019 einen neuen Rekordwert aus. Auf diese Weise verdient die Bank auch in Niedrigzinszeiten noch Geld.

Freitag, 14.02.2020, 20:29 Uhr

2019 sei ein „gutes Geschäftsjahr“ für die Genossenschaftsbank gewesen, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Deitert am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz in der Bielefelder Zentrale am Kesselbrink. „Wir sind in allen Bereichen stark gewachsen. Und die Marktgebiete Gütersloh und Bielefeld haben sich gleichermaßen gut entwickelt“, betonte Deitert.

Zum Stichtag 31. Dezember wuchs die Bilanzsumme um 4,2 Prozent auf 4,63 Milliarden Euro. Der Überschuss belief sich auf 8,6 Millionen Euro, von denen 1,5 Millionen Euro als Dividende an die Mitglieder ausgezahlt werden.

Um einen Euro zu verdienen, musste die Bank 67 Cent aufwenden, 2 weniger als im Jahr zuvor. Man habe die Kosten gut gemanagt, ein wachsendes Dienstleistungsgeschäft, aber ein rückläufiges Zinsergebnis, erläuterte der Vorstandsvorsitzende.

„Stärkster Wachstumsmotor bleibt das Kreditgeschäft“, sagte Deitert. Die Kundenkredite legten um 9,9 Prozent zu auf 3,35 Milliarden Euro. 976,5 Millionen Euro wurden an neuen Krediten vergeben (plus 13,6 Prozent). Dazu trugen die niedrigen Zinsen und der Baumboom bei.

Auch die Firmen in der Region investieren weiter kräftig. Die Volksbank gab Kreditzusagen in Höhe von 607,6 Millionen Euro, ein Plus von sieben Prozent. Das Baufinanzierungsgeschäft machte insgesamt 442 Millionen Euro aus (plus 17 Prozent). „Der Bauboom wird sich weiter fortsetzen, denn ein Ende der Niedrigzinsphase ist nicht in Sicht“, sagte Ulrich Scheppan, der seit April 2019 dem Vorstand angehört.

Positiv entwickelten sich die Kundeneinlagen. Sie stiegen um 8,2 Prozent auf 3,27 Milliarden Euro. Der Vorstand wertet das als Vertrauensbeweis der Kunden. Das meiste Geld liegt auf Giro- und Tagesgeldkonten. „Die meisten Anleger haben ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis“, sagte Deitert.

An der Börse war 2019 das beste Jahr seit 2012. Das spiegelt sich auch in den Wertpapierbeständen der Volksbank wieder, die im vergangenen Jahr die Milliardenschwelle überschritten (1,19 Milliarden Euro). „Immer mehr Kunden geben ihre Zurückhaltung gegenüber Aktien und Fonds auf“, berichtete Scheppan. Immer mehr Anleger wollten auch einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der 2009 aufgelegte Nachhaltigkeitsfonds der Volksbank habe im vergangenen Jahr 22,3 Prozent hinzugewonnen, so der Vorstand.

Aktuell unterhält die Genossenschaftsbank 19 sogenannte Kompetenzzentren und Geschäftsstellen. Daran werde sich in diesem Jahr nichts ändern, sagte Deitert: „Wir werden investieren und renovieren.“

„Wir sehen keine Immobilienblase“

„In Zeiten angespannter Wohnungsmärkte und steigender Mieten ist bezahlbarer Wohnraum knapp geworden“, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Deitert. „Deshalb investieren wir verstärkt auch in Mietwohnungen, die für Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen erschwinglich sind.“ So stünden in Bielefeld in der Bleichstraße zwei Mehrfamilienhäuser mit 19 Wohnungen kurz vor der Fertigstellung. Dort gebe es Miet-, Eigentums- und öffentlich geförderte Wohnungen. An der Heidewaldstraße in Gütersloh ist ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohnungen gebaut worden. Alle seien vermietet, sagte Deitert. Weitere Wohnungen entstehen im Kaiserquartier an der Eickhoffstraße und gegenüber in einem Neubau, mit dem die Lücke neben der Volksbank geschlossen werden soll.

Die Immobilientochter Geno verzeichnete im vergangenen Jahr ein gestiegenes Interesse an gebrauchten Immobilien. Insgesamt vermittelte sie 285 Privat- und Gewerbeimmobilien, weniger als 2018 (324 Verträge). Die Verkaufspreise beliefen sich auf insgesamt 57,6 Millionen Euro (2018: 59,4 Millionen Euro).

Die Geno Hausverwaltung hat im vergangenen Jahr kräftig zugelegt. Die Zahl der verwalteten Wohneinheiten stieg um 373 auf 1190. Vorstand Reinhold Frieling sprach von einer „tollen Entwicklung“. Geno Immobilien und die Hausverwaltung, jetzt noch an getrennten Standorten, würden 2021 in einem Neubau im Kaiserquartier zusammengelegt, kündigte Frieling an („Die Glocke“ berichtete bereits).

„Wir sehen keine Immobilienblase“, sagte Deitert auf Nachfrage. Die Preise stiegen, aber man sehe auch die Mieten steigen. Vor allem Bielefeld habe verglichen mit anderen Großstädten noch Nachholbedarf.

Scheppan sieht aufgrund der niedrigen Zinsen positive Vorzeichen für private Hausbauer, aber auch für Investoren und Kapitalanleger, „die eine attraktive Rendite anstreben“.

In der Immobilienfinanzierung geht die Volksbank neue Wege. So könnten Kunden auf der Internetseite selbst ein Zertifikat erstellen, das „unverbindlich Auskunft über die Finanzierungsbereitschaft gibt“. Ein Banktermin vor der Besichtigung der Immobilie entfalle. In der Region sei man das erste Geldhaus mit diesem Online-Angebot.

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