Gütersloh
Feuerwehr rettet zwei Männer vom Dach

Gütersloh (ei) - In letzter Sekunde konnte die Feuerwehr in der Nacht zu Samstag zwei Männer, 46 und 47 Jahre alt, vom Dach eines lichterloh brennenden Mehrfamilienhauses an der Wilhelm-Baumann-Straße in Gütersloh retten. Insgesamt wurden drei Menschen verletzt.

Sonntag, 16.02.2020, 10:31 Uhr

Die beiden Männer sowie eine weibliche Person wurden nach einer ersten notärztlichen Behandlung an der Einsatzstelle in Krankenhäuser eingeliefert, die Frau konnte noch während der Löscharbeiten entlassen werden.

Am Freitagabend hatte der Löschzug Gütersloh Jahreshauptversammlung. Einige waren noch an der Unterkunft an der Friedrich-Ebert-Straße, andere schon wieder zu Hause oder auf dem Weg dorthin, als gegen Mitternacht die digitalen Meldeempfänger zum Einsatz riefen. Andreas Pollmeier vom Führungsdienst der Feuerwehr war unmittelbar mit dem ersten Streifenwagen vor Ort und rief sofort Verstärkung. Die Löschzüge Isselhorst und Spexard wurden alarmiert, die Drehleiter in Stellung gebracht und ein Sprungkissen. „Wir wollten so verhindern, dass sich jemand verletzt, wenn er beispielsweise beim Einstieg in den Drehleiterkorb abrutscht“, sagte Pollmeier später. 15 Menschen sind unter dieser Anschrift gemeldet, 13 hatten das Haus aus eigener Kraft verlassen.

Meterhohe Flammen

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen die Flammen schon meterhoch in den Himmel. Das Obergeschoss des hinter dem Haupthaus angebauten Teils stand im Vollbrand, immer wieder waren auch kleinere Explosionsgeräusche zu hören. Nachdem die beiden Männer von der Feuerwehr gerettet waren, wurden Schläuche ausgerollt und Unterflurhydranten angezapft. Im Sekundentakt trafen weitere Einsatzkräfte ein, Pollmeier standen schließlich rund 80 Einsatzkräfte für die verschiedenen Aufgabe zur Verfügung. Ein Betreten des Hauses war nicht mehr möglich.

Zunächst wurden die beiden eigenen Drehleitern für die Löschmaßnahmen eingesetzt, später auch noch zusätzlich die der Firma Miele. Intensiv wurden mit Wärmebildkameras letzte Glutnester gesucht und abgelöscht. Die Betroffenen Bewohner, die nun alle Obdachlos sind, wurden zunächst zur Gütersloher Polizeiwache gebracht und später von Ordnungsamtsleiter Thomas Habig und einem Mitarbeiter zunächst in einem Hotel untergebracht. Das Haus ist akut einsturzgefährdet, noch während der Löscharbeiten wurden die Strom- und Gaszufuhr unterbrochen.

500.000 Euro Schaden geschätzt

Noch während der Löscharbeiten machten sich noch zwei Beamte des Kriminaldauerdienstes ein Bild vom Schadensausmaß. Sie beschlagnahmten en Brandort für weitere Untersuchungen ihrer speziell ausgebildeten Kollegen. Die Brandursache steht noch nicht fest. Nach ersten Feststellungen der Feuerwehr ist ein Teil des Gebäudes einsturzgefährdet, die Höhe des entstandenen Schadens wird auf etwa 500.000 Euro geschätzt. Für die Löscharbeiten wurden die Strom- und Gaszufuhr unterbrochen.

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