Gütersloh
Suppenküche schreibt Geschäftsführung aus

Gütersloh (din) - Die Gütersloher Suppenküche will einen hauptamtlichen Geschäftsführer einstellen. Die Leitung der bisher ehrenamtlich geführten Einrichtung ist jetzt in einem Umfang von 20 Wochenstunden ausgeschrieben worden, und zwar zum nächstmöglichen Termin.

Sonntag, 16.02.2020, 20:23 Uhr

Zu den Aufgaben gehören die fachliche Führung von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern sowie die Verwaltung und Organisation aller Bereiche „in Abstimmung mit dem geschäftsführenden Vorstand“ des Vereins, wie es in der Ausschreibung heißt.

Die neue Führungskraft solle eine Beziehung zu den Gästen aufbauen, Projekte und Termine planen sowie die Vorstandssitzungen vorbereiten und daran teilnehmen. Erwartet wird eine fachliche Eignung, nachgewiesen durch ein Studium und/oder Erfahrungen in der offenen Kinder- und Erwachsenenarbeit.

Gewünscht sind auch Erfahrungen in interkultureller Arbeit, Kontaktfreudigkeit und Kreativität sowie eine ausgeprägte Organisationsfähigkeit und ein verbindliches Auftreten. Die Vergütung soll angelehnt an den Tarif des öffentlichen Dienstes erfolgen. Bewerbungsschluss ist der 7. März.

Im vergangenen Jahr hatte der Vorstand der Suppenküche bei der Stadt einen Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro für eine halbe Geschäftsführungsstelle beantragt. Begründung: Die Qualität der Arbeit lasse sich sonst nicht halten. Zuvor hatte die Vorsitzende Inge Rehbein, damals 68 Jahre alt, vergeblich mit ihren Kollegen nach neuen Vorständen gesucht.

Die Bezuschussung einer Geschäftsführungsstelle hatten sowohl der Beigeordnete Henning Matthes als auch die Ratsfraktionen mehrheitlich abgelehnt. Zwar war man durchaus bereit, in Anerkennung der wichtigen Arbeit der Suppenküche auch finanziell unter die Arme zu greifen. Geld für eine Stelle wollte man mit Blick auch auf andere Vereine nicht bereitstellen, um keine weiteren Begehrlichkeiten zu wecken.

Den Sommer über wurde über die Zuschussfrage diskutiert. Erst sollte die Einrichtung eine Förderung in Höhe von 17 500 Euro erhalten für ein niedrigschwelliges Beratungsangebot zu Angeboten des Regelleistungssystems. Der Aufwand wurde mit zehn Stunden für eine Fachkraft zu den Öffnungs- und Ausgabezeiten angegeben. Im Stadtrat wurde am 13. September die Bezuschussung einer geschäftsführenden Stelle einstimmig abgelehnt. Gleichwohl wurde mit den Stimmen von SPD, Grünen, BfGT und Linken der Zuschuss auf die ursprünglich von der Suppenküche beantragten 30 000 Euro aufgestockt. Der Zuschuss ist zunächst bis Ende 2022 befristet.

Die Suppenküche kümmert sich um bedürftige Alleinstehende und in der Kinderküche „Die Insel“ um Familien mit Kindern in schwierigen Lebenssituationen. Die Einrichtung wurde 2002 von Inge Rehbein mit Mitstreitern gegründet. Rehbein ist bis heute Vorsitzende des seit 2005 eingetragenen Vereins.

2002 gegründet 

Die Gütersloher Suppenküche wird von einem dreiköpfigen Vorstand ehrenamtlich geleitet. Von insgesamt 110 Ehrenamtlichen engagieren sich wöchentlich etwa 70 bis 80 Ehrenamtliche im Schnitt drei bis fünf Stunden aktiv in der Vereinsarbeit. Auf einer halben Stelle beziehungsweise über Mini-Jobs sind zehn Beschäftigte angestellt, darunter zwei Hauswirtschafterinnen, drei hauswirtschaftliche Ergänzungskräfte, zwei Erzieherinnen, eine Sozialpädagogin, eine Büro- und eine Reinigungskraft.

Die jährlichen Spendeneinnahmen beliefen sich in den vergangenen vier Jahren auf etwa 117 000 Euro. Das Jahresbudget beträgt rund 130 000 Euro, darunter Personalkosten (60 000 Euro), Raumkosten (10 000 Euro), Lebensmittelzukäufe (20 000 Euro) und Projekte der Kinderküche (12 000 Euro). Alle Angaben stammen aus dem Bürgerantrag der Suppenküche vom 20. März 2019.

www.gt-suppenkueche.de

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