Gütersloh
Baumfällungen starten an Apostelkirche

Gütersloh (gh) - Beim Blick über die Grünfläche an der Apostelkirche fällt auf: Seit Montag fehlt eine 26 Meter hohe Linde. Am Dienstag wird eine zweite, 14 Meter hohe Linde gefällt. Die Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh lässt 35 Bäume auf ihren Grundstücken aus Sicherheitsgründen beseitigen.

Montag, 17.02.2020, 19:11 Uhr

Bei manchen Bäumen werden lediglich die Äste beschnitten. „Für viele sehen die Linden von außen betrachtet sicher und gesund aus. Von innen sind sie es allerdings nicht mehr“, erklärte Marco Pollmeier, Baumkontrolleur und Baumpfleger vom Garten- und Landschaftsbau Katja Liemke. Bei einer Kontrolle Ende 2019 wurde festgestellt, dass die Standsicherheit bei zwei 90 bis 100 Jahre alten Linden nicht mehr gewährleistet werden könne. Die Stadt Gütersloh erteilte eine Fällgenehmigung.

Bohrungen geben Aufschluss über Zustand der Bäume

„Der Stamm einer Linde ist bis zur Krone fast hohl“, so Pollmeier. Eine zweite Linde weist eine abgestorbene Krone und gefaulte Äste auf. „Das ist der schwächste Baum an der Apostelkirche.“ Einfluss auf die trockenen Kronen hätten auch die letzten beiden heißen Sommer.

Eine Linde musste gefällt werden, da der Baumstamm hohl war.

Bei jeder Baumkontrolle werden Höhe, Alter und die Beschaffenheit erfasst und die Krone, der Stamm und die Wurzeln kontrolliert. Ältere und beschädigte Bäumen werden jährlich begutachtet.

„Wir bohren bei der Kontrolle in den Baumstamm hinein. Je weniger Widerstand zu spüren ist, desto hohler und instabiler ist er“, erklärte der Baumkontrolleur. Wenn der äußere Ring des Stamms stabil genug ist, können manchmal auch Bäume stehenbleiben. Bei der Linde an der Apostelkirche war das nicht der Fall. „Ich hätte mich in den Baum stellen können, so hohl war der.“

Zur Sicherheit werden die beiden Linden daher gefällt. „Wir tragen die Bäume Stück für Stück von oben nach unten ab“, so Pollmeier. Die Bäume in voller Größe umfallen zu lassen, sei nicht möglich. „Wir müssen beachten, dass die Bäume direkt neben einer Kirche stehen und von Häusern umgeben sind.“

Einige Passanten seien interessiert und fragen nach: „Wenn sie den Zustand der gefällten Bäume sehen, zeigen sie Verständnis“, sagte Pollmeier. Aufgrund des Artenschutzes werden vor der Abholzung zudem die Baumkronen nach Tieren durchsucht. „Wenn wir ein Tier finden, fangen wir es ein und geben es der Umweltbehörde weiter“, so Pollmeier.

Hintergrund

Die Baumschutzsatzung der Stadt Gütersloh soll vor allem die älteren Bäume im Stadtgebiet schützen. Sie stellt alle Baumarten mit Ausnahme von Pappeln und Erlen unter Schutz. Eine Genehmigung für die Fällung ist bei Bäumen ab einem Stammumfang von einem Meter notwendig. Die Satzung untersagt es, solche Bäume zu fällen, sie wesentlich zu verändern oder ihr Wachstum zu beeinträchtigen. Bei kranken Bäumen oder im Zusammenhang mit dem Baurecht kann der städtische Fachbereich Grünflächen von den Regelungen in der Satzung befreien. Die Baumschutzsatzung gilt in bebauten Ortsteilen und nicht für Wälder. Baumfällarbeiten sind aufgrund der Brut- und Nistzeit von Vögeln nur im Zeitraum Oktober bis Ende Februar erlaubt.

Die Evangelische Kirchengemeinde lässt 35 von 400 Bäumen fällen. Um die Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen, werde der Baumbestand in regelmäßigen Abständen kontrolliert, heißt es in einer Mitteilung der Kirchengemeinde. Für die gefällten Bäume sollen Ersatzpflanzungen erfolgen. In dieser Woche finden außerdem Baumpflegearbeiten an der Martin-Luther-Kirche statt. Ganze Bäume müssten dort aber nicht gefällt werden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7307787?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F
Hakenkreuz-Christbaumkugel in Chat-Gruppe der Polizei
Im Dritten Reich gab es Christbaumkugeln mit Hakenkreuz. Dieses Bild entstand in einer Ausstellung über historischen Weihnachtsschmuck. Das Gesetz erlaubt das Zeigen eines solchen Fotos in Berichten über zeitgeschichtliche Vorgänge. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker