Gütersloh
Last für die Waden statt für die Umwelt

Gütersloh (sib) - André Reckersdrees setzt ein Zeichen in Sachen Mobilitätswende. Für seinen Malerbetrieb in Avenwedde hat er sich in der vergangenen Woche ein E-Lastenrad angeschafft. Das Gefährt, mit dem Reckersdrees seit wenigen Tagen quer durch Gütersloh strampelt, ist ein regelrechtes Monstrum.

Mittwoch, 19.02.2020, 18:20 Uhr

„Da passt in der Breite exakt eine Europalette rein“, sagt André Reckersdrees stolz. Er grinst, als er die Klappe an der Rückseite des elektrisch unterstützten Lastenrads öffnet und eine ganze Menge Stauraum offenbart – 1,4 Kubikmeter. 250 Kilogramm (exklusive Fahrer) Malerbedarf lassen sich in das Vehikel hieven, bevor es den Dienst verweigert.

Zum Kreishaus und zurück? Ein Klacks!

Für André Reckersdrees ist es damit eine gute, teils sogar bessere Alternative zum Transporter. „Vor wenigen Tagen bin ich von Avenwedde aus bis hinters Kreishaus gefahren. Mit dem Lastenrad habe ich 25 Minuten gebraucht, mit dem Auto brauche ich etwa 20 Minuten – wenn’s gut läuft“, sagt der Malermeister und spricht dabei nicht einmal von den Stoßzeiten.

Die besagte Strecke zwischen Betrieb und Kreishaus, Google Maps gibt etwa 21 Kilometer für Hin- und Rückweg an, ist ein Klacks für André Reckersdrees und sein E-Lastenrad. Immerhin hat das Vehikel laut Herstellerangabe eine Reichweite von 160 Kilometern.

Und gerade, wenn er nicht Unmengen an Werkzeug und Material zu einer Baustelle mitbringen müsse, biete sich die Fahrt mit dem Lastenrad an.

Kurverei: Ein Meter Breite auf dem Fahrradweg

Bleibt die Frage: Wie komfortabel lässt sich das Gefährt steuern, das hinten immerhin einen Meter breit ist? Reckersdrees: „Ein bisschen anstrengend ist das schon. Und auf manchen Fahrradwegen gibt es eine ganz schöne Kurverei. Das E-Rad fährt ja ohne Nummernschild und nimmt viel Platz weg. Aber das ist eine Kurverei, die ich gern auf mich nehme.“

Hintergrund war ursprünglich der Gedanke, einen der acht Mitarbeiter des Malerbetriebs, der keinen Führerschein besitzt, mobil zu machen. Dazu kam der Wunsch nach Umweltfreundlichkeit. „Solarstrom vom Dach und ein E-Lastenrad, das ist doch ein Traum“, betont Reckersdrees.

Anschaffung des E-Lastenrads wird gefördert

Zuträglich sei auch gewesen, dass das Rad mit 2500 Euro vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gefördert worden sei. „Den Einsatz eines solchen Lastenrads kann ich mir durchaus auch in anderen Branchen vorstellen“, fasst Sandra Reckersdrees, Ehefrau des Malermeisters, zusammen.

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