Gütersloh
Alltagsbegleiter entlasten Pflegedienste

Gütersloh (sib) - Für das laufende Jahr bietet die Zentrale Akademie für Berufe im Gesundheitswesen (ZAB) in Gütersloh zwei Seminare an, deren Teilnehmer sich zu Alltagsbegleitern ausbilden lassen können. Die Absolventen sollen künftig klassische Pflegedienste entlasten.

Freitag, 21.02.2020, 18:39 Uhr

„Jedem Menschen ab Pflegestufe eins steht ein monatlicher Entlastungsbetrag von 125 Euro zu“, erklärt Helga Reinisch vom Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz OWL. Ein Schwerpunkt des Büros ist die Förderung von Aus- und Aufbau von Unterstützungsangeboten im Alltag.

Der Entlastungsbetrag kann in Angebote wie die Alltagsbegleitung investiert werden. Was Alltagsbegleiter machen, steckt schon im Namen: Sie sollen Pflegebedürftigen und Pflegenden – viele sind Angehörige – den Alltag erleichtern. Mit Freizeitgestaltung, Hilfestellungen, Zuhören.

Grenzen zwischen Pflege und Begleitung können verschwimmen

Darüber hinaus geht das Angebot nicht. „Als Alltagsbegleiter darf ich nicht beim Toilettengang helfen, darf keine Kompressionsstrümpfe anziehen und darf nicht Tabletten verabreichen. Ich darf Pflegebedürftigen – wenn auch nicht allzu regelmäßig – das Essen zubereiten, aber nicht anreichen“, erklärt Reinisch. Das bleibe nach wie vor die Aufgabe klassischer Pflegedienste.

Klar, Grauzonen gebe es, wo die Grenze zwischen Pflege und Begleitung verschwimme. Aber das sei eine Gratwanderung, die Einzelfallentscheidungen bedürfe.

Auszeit für die Angehörigen

Worum geht es stattdessen? Alltagsbegleiter helfen pflegebedürftigen Menschen, ihre sozialen Kontakte aufrechtzuerhalten. Sie gehen mit ihnen spazieren, schieben den Rollstuhl, wenn nötig.

Und, ein wichtiger Aspekt: Alltagsbegleiter entlasten pflegende Angehörige. „Wenn Angehörige abends in Ruhe ins Theater gehen möchten, sind Alltagsbegleiter Gold wert“, erklärt Helga Reinisch. „Dann weiß ich, dass bei meinem – womöglich dementen – Angehörigen jemand ist. Ich mache mir keine Gedanken, ob er den Wasserhahn aufgedreht lässt oder den Herd anschaltet.“

Zwei Qualifizierungsangebote für 2020 geplant

Vorerst sind zwei Qualifizierungskurse für Alltagsbegleiter in der ZAB geplant, die dafür mit dem Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz OWL kooperiert – im April und im September.

Es sind noch Plätze für die erste Basisqualifizierung zum Alltagsbegleiter frei, die vom 20. bis zum 24. April jeweils von 9 bis 15 Uhr bei der ZAB, Hermann-Simon-Straße 7, stattfindet. Interessierte können sich bei Angela Prattke, 05241/7082375, melden.

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