Gütersloh
Werner Gehring ist nun Ehrenbürger

Gütersloh (dop) - „Aus meiner Sicht ist die wohl schönste und größte Ehrung, die jemandem zuteil werden kann, die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt.“ Damit brachte Dr. Mark Wössner als Laudator und Freund auf den Punkt, was dem krankheitsbedingt sprachlosen Werner Gehring am Freitag durch den Kopf ging.

Freitag, 28.02.2020, 18:53 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 10:36 Uhr

 In einer Sondersitzung des Rats ist dem 85-jährigen Unternehmer (Gehring-Bunte/Christinen Brunnen) von Bürgermeister Henning Schulz (CDU) die Ehrenbürgerwürde verliehen worden. Mit großer Freude und sichtlich gerührt nahm Gehring Urkunde und Blumen zur höchsten städtischen Auszeichnung entgegen und trug sich – zusammen mit seinem Freund Mark Wössner – auch gleich ins Goldene Buch der Stadt ein.

Vor rund 200 Gästen, darunter die Ehrenbürger Liz

Seine Dankesworte ließ Werner Gehring durch seine Frau Dr. Martina Schwartz-Gehring verlesen.

Mohn und Dr. Peter Zinkann sowie Vertreter aus Politik (unter anderem der CDU-Bundestagsfraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus, CDU-Landtagsabgeordneter Raphael Tigges und Landrat Sven-Georg Adenauer), Wirtschaft und Kultur, würdigte der Bürgermeister das langjährige Engagement des gebürtigen Güterslohers. Seit jeher habe Gehring die Entwicklung der Stadt auf vielfältige Art und Weise gefördert.

Ob als Kuratoriumsvorsitzender der Bürgerstiftung oder durch die Gründung eigener, seinen beiden gestorbenen Ehefrauen gewidmeten Stiftungen (Renate-Gehring- und Osthushenrich-Stiftung) sei es ihm stets um die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen am gesellschaftlichen Leben sowie um die Förderung der Bildung von Kindern und Jugendlichen gegangen. Dabei arbeite die eine Stiftung ausschließlich lokal, die andere auch regional und trage mit der Förderung von 160 verschiedenen Projekten zwischen 500 und 100 000 Euro weithin zum Ansehen der Stadt bei. 

Gehring erweise sich dabei nicht nur als Impulsgeber und Motor, sondern betreibe auch Erfolgskontrolle – „typisch für den erfolgreichen Chef eines der großen Getränkeunternehmen Deutschlands“.

Dass der neue Ehrenbürger anlässlich seines 80. Geburtstags auch in die Privatschatulle gegriffen und der Stadt eine Million Euro zur Realisierung dreier lang ersehnter Projekte (Parkour-Anlage an der dritten Gesamtschule, Brunnenanlage auf dem Theaterplatz und der Umbau des Konrad-Adenauer-Platzes) gespendet habe, sei ein sehr großzügiges Geschenk gewesen und zeuge vom Vertrauen, das Gehring in seine Heimatstadt und die dort geleistete Arbeit habe.

Werner Gehring, 2019 vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet, ließ durch seine Frau Dr. Martina Schwartz-Gehring seinen Dank verlesen. „Es gehört zu meiner Auffassung von unternehmerischer und gesellschaftlicher Verantwortung und Mitmenschlichkeit, mit dem Erworbenen zu helfen, wo Hilfe gut gebraucht werden kann, und aktiv an der Gestaltung unserer Zukunft mitzuwirken. Wesentlich dabei ist, dass unsere Kinder und Jugendlichen durch eine liebevolle Erziehung und gute Bildung eine solide Basis für ihr Leben erhalten. Und ebenso wichtig ist ein gut funktionierender Zusammenhalt in der Gesellschaft – besonders in Zeiten wie diesen, wo sich viele Menschen wegen ihrer Herkunft, ihres Alters oder ihrer sozialen Situation ausgegrenzt fühlen.“ Die Ehrung bedeute ihm viel. „Sie soll ein Signal für andere sein, sich aktiv für unsere Heimatstadt einzusetzen.“

„Wir sind seit Jahrzehnten ziemlich beste Freunde“,

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt: (v.l.) Dr. Mark Wössner, Werner Gehring und Hennig Schulz.

betonte Dr. Mark Wössner, der pointiert auf den gemeinsamen Weg zurückblickte. Er erinnerte sich: Vor 50 Jahren war Gütersloh eine arge Kleinstadt, allerdings mit spannenden Unternehmen. Die Bürger waren wenig unterhaltsam – außer Werner. Wenn er nach Feierabend zur Tennisanlage kam, war das immer ein großer Auftritt: Vorfahrt im Jaguar – immer im maßschneiderten Zweireiher mit Einstecktuch. Er verbreitete mit seinem mitreißenden kehligen Lachen sofort gute Stimmung.“

Und auch das Engagement seines Freundes rückte Wössner ins rechte Licht: „Werner Gehring hat immer etwas für das Ansehen Güterslohs tun wollen und hat sich für das Wohl aller eingesetzt. Er ist eine Lichtgestalt.“

Sein Wunsch an den Geehrten: „Du bist jetzt dort angekommen, wovon du schon vor 40 Jahren geträumt hast. Genieß dein Leben im neuen Aggregatzustand des Ehrenbürgers.“

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