Nach Bielefeld stimmt auch Gütersloh für Erhalt der Lindenallee Rat lehnt vier Spuren auf B61 ab

Gütersloh (WB). Der Gütersloher Rat lehnt den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 61 zwischen Rheda-Wiedenbrück und Bielefeld ab. Für diesen einen Satz, einstimmig vom Rat beschlossen, waren die Grünen bereit, auf die Streichung des Projektes aus dem Bundesverkehrswegeplan zu verzichten.

Von Stephan Rechlin
So könnte nach dem Beschluss des Gütersloher Rates die Zukunft auf der Bundesstraße 61 zwischen Gütersloh und Bielefeld aussehen. Wenn nicht gerade ein E-Bus fährt, bleibt auf zwei Spuren zwischen Lindenbäumen genug Platz für Radfahrer.
So könnte nach dem Beschluss des Gütersloher Rates die Zukunft auf der Bundesstraße 61 zwischen Gütersloh und Bielefeld aussehen. Wenn nicht gerade ein E-Bus fährt, bleibt auf zwei Spuren zwischen Lindenbäumen genug Platz für Radfahrer. Foto: Stefan Lind

Diesen, noch weiter reichenden Beschluss hatte Tags zuvor der Bielefelder Rat gefasst , egal welche Folgen er für die Ortsumgehung Ummeln, den gewünschten Radschnellweg oder die rechtliche Bindung eines Bundestagsbeschlusses im Verkehrswegeplan hat. Im Gütersloher Rat wären die Fraktionsvorsitzenden von SPD und Linken bereit gewesen, diesen noch weiteren Weg gemeinsam mit den Grünen zu gehen. Thomas Ostermann (SPD) bemängelte, dass die Stadt nicht eine noch radikalere Verkehrswende einleite, die nicht mehr vom Auto aus denke und auf öffentliche Mittel für den Straßenausbau verzichte.

Für Bürgermeister Schulz sind die Staus kein Problem der Fahrspurenzahl

Für Bürgermeister Henning Schulz sind die Staus auf der B61 im Berufsverkehr am frühen Morgen und späten Nachmittag kein Problem der Straßenbreite und Fahrspurenzahl, sondern der Autos, die darauf fahren. 42.000 Fahrzeuge seien es derzeit pro Tag, „mehr als auf der A33.“ Mit einem vierspurigen Ausbau drohe die B61 zu einer „Parallel-Erschließung zur A2“ zu werden und noch mehr Verkehr anzulocken. In seiner Vorlage schlägt Schulz vor, auf einen vierstreifigen Ausbau der B61 zu verzichten und statt dessen zu prüfen, ob nicht die Knotenpunkte entlang der Strecke so weit zu entlasten sind, dass der Verkehr flüssiger fließen kann. Dazu sollen die im Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen Mittel verwendet werden. In dieser einen Nuance wich der Vorschlag des Bürgermeisters vom Antrag der Grünen ab.

Debatte dauert inklusive Sitzungsunterbrechung eine Stunde

Die inklusive einer Sitzungsunterbrechung eine Stunde dauernde Debatte drehte sich vor allem um die Frage, ob es sich bei der vorgeschlagenen Prüfung nun um eine „Studie“, ein „Konzept“, um ein „Gutachten“ oder eine „Planung“ handelt. Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) war diese semantische Frage wichtig, weil mit dem „vordringlichen Bedarf“ im Verkehrswegeplan schon ab Montag eine vierspurige Trasse geplant werden könne. Sie stimmte schließlich der Vorlage von Bürgermeister Schulz mit der Ergänzung zu, dass in ein künftiges Gutachten die Aspekte Klimaschutz und Verkehrswende berücksichtigt, sowie Maßnahmen wie ein verbesserter ÖPNV einbezogen werden, um den Verkehr auf der B61 zu verringern.

BfGT, UWG und FDP folgten diesen Verästelungen erst gar nicht und stimmten dem Bürgermeister-Antrag zu. Norbert Morkes (BfGT) bemängelte die von den Grünen verursachte Antragsflut: „Es ist doch alles im Fluss.“ Peter Kalley (UWG) sah sich außerstande, heute schon zu sagen, ob die Lkws von Morgen tatsächlich von Oberleitungen aus mit Strom versorgt werden oder über gigantische Akkus. Dirk Stockamp (FDP) wollte sich von den Grünen kein Denkverbot verpassen lassen: „Wir müssen doch noch in der Lage bleiben, den richtigen Weg zu suchen.“

Kommentare

Persönlich bin ich für den Ausbau der B61. Und ein Fahrradweg entlang existiert schon, und ist viel benutzt.
Da der Fokus zur Zeit auf Erderwärmung und Diesel-Krise ausgerichtet ist, debattiert man nur über diese Themen ? und die Bevölkerungsexplosion in Afrika, die Knappheit nicht erneuerbarer Rohstoffen, die (kleinen) Abfälle die allmählich Boden und Wasser verseuchen, die zunehmenden Konflikte am Rand von Europa, usw. sind kein Thema ?
Warum nimmt man sein Auto: Weil es einen Bedarf gibt, und weil die anderen Transportmitteln schlecht sind. Wenn es viel mehr Unterkünfte gäbe, könnte man leichter umziehen (Bsp : in der Nähe des Arbeitsplatzes), so weniger pendeln: Dann muss man mehr bauen !
Zweirad geklaut, oder nass nach dem Regen, dann keine Lust mehr auf Fahrrad: Warum baut man nicht in Neubauten ebenerdige Garagen für Zweiräder ? Warum plant man nicht schon jetzt die Reaktivierung der TWE-Strecke bis Hövelhof, so lange die Baukosten stark bezuschusst sind ? dann wäre diese Strecke in das Eisenbahnnetz bis Paderborn integriert. Man könnte auch die Strecke des Haller Willem wieder zweispurig machen. Statt Bahnübergänge könnte man Unterführungen bauen : Dann fließt der Verkehr ununterbrochen, und man spart sich die Pannen und Unfälle der Bahnübergänge.

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