Gütersloh: Sascha Priebe wartet Hintergründe zur Wahl in Thüringen ab
Neue Gesichter in der FDP

Gütersloh (WB). Die mit Hilfe der AfD gelungene Wahl des FDP-Abgeordneten Thomas Kemmerich zum neuen Ministerpräsidenten von Thüringen berührt den neuen Gütersloher FDP-Stadtverbandsvorsitzenden Sascha Priebe (49) besonders. Er war zehn Jahre lang FDP-Kreisvorsitzender in Schwerin und Mitglied im Landesvorstand der Partei in Mecklenburg-Vorpommern: „Der Osten tickt anders. Bevor ich mit Schaum vor dem Mund irgendwelche Statements abgebe, warte ich erst einmal ab, was über die Hintergründe dieser Wahl bekannt wird.“

Donnerstag, 06.02.2020, 15:15 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 15:20 Uhr
Sascha Priebe möcht die Gütersloher FDP endlich wieder in Fraktionsstärke in den Rat einziehen lassen. Foto: Stephan Rechlin

So sehr er sich über einen FDP-Ministerpräsidenten freuen würde, so wenig kann Sascha Priebe mit der AfD anfangen. Die homophoben Sprüche von deren Abgeordneten hat der ehemalige Landesvorsitzende des Lesben- und Schwulenverbandes in Mecklenburg-Vorpommern ebenso aufmerksam zur Kenntnis genommen wie die Anfeindungen gegen Flüchtlinge – Priebe ist Mitglied im Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern und bei Amnesty International.

In Schwerin sei selbstständiges, bürgerliches, unternehmerisches Denken auch 31 Jahre nach der Maueröffnung nicht sehr ausgeprägt. Mit engagierten, guten und teuren Wahlkämpfen sei die FDP dort auf maximal zwei Prozent gekommen.

Ein Todesfall stülpt die FDP um

Priebe arbeitet im Vertrieb eines Geschenkartikelhändlers, von 1991 bis 2014 unter anderem Lieferant der „Diddl-Maus“ samt Nebenprodukte. Auf eigenen Wunsch hin habe sich Priebe nach Gütersloh versetzen lassen, näher zur Familie in Oldenburg und Bocholt. Hier habe er sich eigentlich gar nicht mehr so tief in die Parteiarbeit hineinknien wollen. Doch dann sei Eckhard Fuhrmann im Dezember gestorben, der Ratsherr und organisatorische Motor der FDP in Gütersloh. Der Einschnitt stülpte den gesamten Stadtverband um. Die alte Riege der Partei habe die Ämter niederlegt oder sich auf Beisitzer-Positionen zurückgezogen, die Liberalen treten mit völlig neuen Gesichtern an. Neben Priebe sind das vor allem die neuen Stellvertreter – zum einen Claudia Kuroczik, eine in Rheda-Wiedenbrück praktizierende Anästhesistin, zum anderen der 20 Jahre alte Student Anthony Masaki. Die Kasse wird fortan von Stefan Strothenke geführt, ein in Steinhagen tätiger Steuerberater. Schriftführer ist fortan Markus Reifenscheid (29).

Priebe verfolge zwei große Ziele: Der derzeit 50 Mitglieder zählende FDP-Stadtverband soll der größte im Kreis Gütersloh werden. Und im Rat soll die FDP endlich wieder in Fraktionsstärke einziehen. Für das Bürgermeisteramt werde er nicht kandidieren, die FDP werde aber eine Empfehlung aussprechen. Landespolitisch hege er keine Ambitionen.

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