Gemeinde plant großzügige Wiederbepflanzung in Gütersloh Evangelische Kirche lässt 35 Bäume fällen

Gütersloh (WB). Zwischen dem Anspruch der „Bewahrung der Schöpfung” und dem Klimawandel sieht sich nunmehr auch die Evangelische Kirchengemeinde Gütersloh (EKGT) in einem Dilemma. Um die allgemeine Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen, wird in regelmäßigen Abständen der gesamte Baumbestand fachkundig durch einen externen Gutachter kontrolliert.

Vier Bäume müssen an der Martin-Luther-Kirche in Gütersloh gefällt werden. Nach Angaben eines Gutachters ist die Sicherheit nicht mehr gewährleistet.
Vier Bäume müssen an der Martin-Luther-Kirche in Gütersloh gefällt werden. Nach Angaben eines Gutachters ist die Sicherheit nicht mehr gewährleistet. Foto: Wolfgang Wotke

Ergebnis nach vier Jahren, darunter zwei Rekord-Sommern: 35 von 400 Bäumen müssen gefällt werden, weil deren Standsicherheit nicht gewährleistet ist.

Drei Bäume an der Apostelkirche, vier Bäume seitlich und hinter der Martin-Luther-Kirche, sechs Bäume im Wäldchen am Schlangenbach (grenzen an Postdamm und Kindertagesstätte) sind die ersten, von denen eine akute Gefährdung ausgeht. Auf dem Gelände Kirchstraße (Haus der Begegnung, Diakonie-Campus, Trödel, Suppenküche, Café Connect) sind fünf Bäume, an der Erlöserkirche vier Bäume, an der Kirche Zum Guten Hirten und der Johanneskirche jeweils ein Baum und an der Evangeliumskirche vier Bäume betroffen.

In der Prioritätsstufe III ebenfalls abgängig sind auf Dauer zwei Bäume an der Matthäuskirche, an den Pfarrhäusern der Erlöserkirche und der Matthäuskirche jeweils drei und zwei Bäume. Andere Standorte können durch kostenintensive Pflegemaßnahmen, in der Regel durch Rückschnitt in den Kronen, gerettet werden. Dafür sind von der Gemeinde etwa 12.000 Euro eingeplant worden.

Sicherheit von Passanten, Besuchern und Kita-Kindern hat Priorität

Die Betroffenheit der Presbyteriumsmitglieder war in der Sitzung des örtlichen Kirchenparlaments deutlich zu spüren, als die Auswirkungen des Gutachters besprochen wurden. Die Sicherheit von Passanten, Besuchern kirchlicher Gebäude und Kita-Kindern hat nach Aussage des Vorsitzenden, Pfarrer Eckhard Heidemann, Priorität. Neben dem Gutachter wird auch der Fachbereich Grünflächen um eine Einschätzung gebeten, dort, wo es gar um die Baumschutzsatzung geht, sind darüber hinaus Genehmigungen einzuholen.

Schließlich sprechen sich die Presbyteriumsmitglieder auf Anregung von Kirchmeister Jürgen Schröder für eine großzügige Wiederbepflanzung (im Hinblick auf Größe und Anzahl) aus.

Die größte Zahl der Bäume der EKGT stehen übrigens auf den drei parkähnlichen Friedhöfen. Hier wurde bereits in der Vergangenheit durchgeholzt und im größeren Stil wieder aufgeforstet. Freie Flächen, die wegen der veränderten Bestattungskultur mit mehr Urnen- und weniger Erdbestattungen frei werden, bieten weitere Möglichkeiten die jetzt vorzunehmenden Eingriffe auszugleichen.

Die Gemeinde prüft, wo auf ihren Grundstücken optional weitere Bäume gepflanzt werden können, um CO2 zu binden, damit die Bewahrung der Schöpfung im Vordergrund steht und dem Klimawandel aktiv entgegengewirkt werden kann.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7239107?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F