Kammer in Bielefeld betont den „hohen Nutzen für die Wirtschaft“
IHK ringt um Ausbau der B61

Bielefeld/Rheda-Wiedenbrück (WB). Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) appelliert an die Politik in Bielefeld und Gütersloh, den Ausbau der Bundesstraße 61 zwischen Rheda-Wiedenbrück und Bielefeld nicht in Frage zu stellen – aus wirtschaftlichen Gründen.

Dienstag, 04.02.2020, 16:09 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 18:16 Uhr
Blick auf die B61 zwischen Bielefeld und Gütersloh. Die Bäume müssten wohl gefällt werden. Foto: Carsten Borgmeier

„Der Ausbau der B61 ist im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans und im Masterplan zur Umsetzung des Fernstraßenbedarfsplans des Landes“, sagte der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Harald Grefe am Dienstag. Und er fügte hinzu: „Es ist ein Projekt mit hohem Nutzen für die Wirtschaft.“

Umweltschützer bangen um Eichenallee

Umweltschützer hatten zuletzt moniert, dass für einen Ausbau von zwei auf vier Spuren etliche Bäume entlang der Bundesstraße 61 gefällt werden müssten. In Gütersloh kritisieren die Grünen das Fällen der Eichenallee zwischen Gütersloh und Bielefeld-Ummeln.

Bereits heute sei die B61 an der Kapazitätsgrenze. Grefe: „Der Wirtschaftsverkehr zwischen Bielefeld und Gütersloh wird aber auch in den nächsten Jahren zunehmen. Daher hatte auch der Regionalrat in Detmold bei der Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans im Jahre 2016 den Ausbau mit großer Mehrheit befürwortet. An der Notwendigkeit hat sich seither für die Wirtschaft nichts geändert.“ Der weitere Planungsprozess, der noch nicht einmal gestartet sei, solle vielmehr stringent abgearbeitet werden.

Weiterer Hintergrund der IHK-Initiative: Mehrere politische Parteien fordern in einem gemeinsamen Antrag in der Bielefelder Ratssitzung, dass die Stadt Bielefeld den vierspurigen Ausbau der B 61 zwischen Bielefeld und Gütersloh ablehnen soll. Dafür sprechen sich die SPD, die Grünen, die Lokaldemokraten für Bielefeld und die Partei Bürgernähe/Piraten aus. Die Sitzung findet am Donnerstag, 6. Februar, statt.

IHK verweist auf Ausgleichsmaßnahmen

„Die im Rahmen der Linienfindung zu erarbeitende Umweltprüfung wird die bestmögliche Trassenführung unter Berücksichtigung der Belange der Betroffenen und des Umwelt- und Naturschutzes liefern“, ist sich Grefe sicher. Den durchaus wichtigen Belangen des Naturschutzes werde im späteren Planfeststellungsverfahren Rechnung getragen, beispielsweise durch entsprechende Ausgleichsmaßnahmen.

Dem Bundesverkehrsministerium zufolge wird dieser Ausbau viereinhalb Jahre dauern und 39,1 Millionen Euro kosten. Das Ministerium geht davon aus, dass der Verkehr auf der 9,9 Kilometer langen Strecke bis zum Jahr 2025 auf 24.000 Kraftfahrzeuge pro Tag ansteigen wird. In der bisher letzten Verkehrszählung wurden 2010 auf diesem Straßenabschnitt 20.201 Kraftfahrzeuge pro Werktag ermittelt.

„Es kann nicht alles auf die Schiene verlagert werden“

Die IHK unterstützt grundsätzlich die Verbesserung des ÖPNVs und die Förderung des Radverkehrs zwischen Rheda-Wiedenbrück und Bielefeld. Für den Wirtschaftsverkehr, zu dem der Güterverkehr, die Kunden- und Pendlerverkehre zählten, sei das Projekt allerdings von besonderer Bedeutung. Grefe: „Es kann nicht alles auf die Schiene oder das Fahrrad verlagert werden. Die Straße und auch die Knotenpunkte der B61 sind in diesem Bereich heute schon überlastet. Wir brauchen eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur, um den Industrie- und Wirtschaftsstandort Ostwestfalen zukunftsfähig zu halten.“

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