Gütersloh: „Planungsrechtlich“ gibt es keine Einwände gegen ein neues Hotel Porta darf jetzt doch bauen

Gütersloh (WB). Jetzt darf Porta plötzlich doch auf dem großen Parkplatz an der Ecke Friedrich-Ebert- und Holzstraße bauen. Welche Telefonate, Emails oder persönlichen Gespräche zu der neuen Einschätzung des Gütersloher Bauordnungsamtes geführt haben, wird in der Vorlage an den Planungsausschuss nicht näher ausgeführt.

Von Stephan Rechlin
Die Porta-Gruppe würde den Parkplatz vor ihrem Gütersloher Möbelhaus gerne besser nutzen. Dazu sollen dort ein neues Hotel, ein Fahrrad-Fachmarkt und ein Fitness-Center gebaut werden. Gastronomie und Wohnungen lehnt die Stadt ab.
Die Porta-Gruppe würde den Parkplatz vor ihrem Gütersloher Möbelhaus gerne besser nutzen. Dazu sollen dort ein neues Hotel, ein Fahrrad-Fachmarkt und ein Fitness-Center gebaut werden. Gastronomie und Wohnungen lehnt die Stadt ab. Foto: Carsten Borgmeier

Noch im Dezember hatte sich die Stadt von dem Bauvorhaben der Porta Service & Beratungs GmbH & Co. KG distanziert. Sie möchte ein Hotel, ein Fitnessstudio, einen Fahrradfachmarkt und einen Gastronomiebetrieb auf Teilen des großen Parkplatzes ansiedeln. Der Antrag wurde nicht wie bei Projekten solcher Größenordnung üblich als Verwaltungsvorlage dem Planungsausschuss vorgelegt, sondern musste als gewöhnlicher „Bürgerantrag“ im Hauptausschuss eingereicht werden. Die Bedenken zielen vor allem gegen ein neues Hotel. Kulturdezernent Andreas Kimpel sieht dadurch seinen lang gehegten Wunsch gefährdet, ein Tagungshotel neben Stadthalle und Theater bauen zu lassen. Andreas Kerkhoff, Vorsitzender des Deutschen Gaststätten und Hotelverbandes im Kreis Gütersloh, warnt vor einem Preis- und Verdrängungswettbewerb, der vor allem kleinere und mittlere Hotels treffen werde.

Die neue Vorlage ist von der Ersten Beigeordneten Christine Lang unterzeichnet worden – sie vertritt die erkrankte Stadtbaurätin Nina Herrling. Lang stellt fest, dass einem neuen Hotel planungsrechtlich nichts entgegen stehe. Für die konkrete Stadtentwicklung würden die Stadtplaner ein Hotel an dieser Stelle jedoch eher kritisch sehen. Wünschenswert sei eine engere Anbindung an die Innenstadt, wo Restaurants, Geschäfte und kulturelle Angebote unmittelbarer genutzt werden könnten. Diese Einschätzung sei Porta bereits 2015 dargelegt worden. Das Unternehmen hatte bereits vor fünf Jahren angefragt, in welcher Weise eine Überbauung des Parkplatzes möglich sei. Damals sollte der Boss-Markt erweitert werden.

Fahrradfachmarkt und Fitness-Center sind kein Problem

Gegen den Fahrradfachmarkt hat die Stadt nichts weiter einzuwenden. Er führe an dieser Stelle kein zentrenrelevantes Sortiment. Deshalb spreche nichts gegen die Ansiedelung. Wegen der Größe der Verkaufsfläche – 2000 Quadratmeter – seien ein Verträglichkeitsgutachten und ein Lärmgutachten erforderlich.

Auch gegen ein Fitnesscenter gebe es aus stadtplanerischer Sicht keine Bedenken. Ein Lärmgutachten müsse erstellt werden. Zudem müsse nachgewiesen werden, dass eine Nutzung ohne Einschränkung der bereits bestehenden Bebauung möglich sei.

Einspruch erhebt die Stadt nur noch gegen neue Gastronomie auf dem Parkplatz – sie wird dort offenbar ebenso schädlich für die Innenstadt eingeschätzt wie eine „L’Osteria“-Kette auf dem Areal von Brüggershemke & Reinkemeier. Eine schalltechnische Untersuchung schließt Wohnbebauung aus. Noch zu prüfen sei, ob die von Porta vorgesehene Bebauung, die an der Spitze von Holz- und Friedrich-Ebert-Straße eine Sichtachse auf das Portagebäude freilässt, unter städtebaulichen Gesichtspunkten wünschenswert sei.

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