WDR vergibt Preis in fünf Kategorien – Götz Alsmann moderiert
Big Band überrascht Jazzpreisträger

Gütersloh (WB). Nicht nur in der Jazzredaktion von WDR 3, auch beim alljährlichen WDR-Jazzfest in Gütersloh bleibt nur wenig beim Alten: Das dreitägige Jazzfest gab es 2020 nicht mehr, dafür aber einen auf zwei Tage ausgedehnten WDR-Jazzpreis, der am Freitag und Samstag im großen Theatersaal über die Bühne ging. Hier präsentierten die Moderatoren Götz Alsmann und Nina Heinrichs am Samstag die Preisträger in den gewohnten fünf Kategorien – mit angenehm kurzen Wortbeiträgen und viel Livemusik.

Montag, 03.02.2020, 11:15 Uhr aktualisiert: 03.02.2020, 12:44 Uhr
WDR-Big-Band: Mattis Cederberg präsentiert ein Solo mit der Posaune. Foto: Collin Klostermeier

Theater ist am Samstag nahezu ausverkauft

Die Gütersloher Jazzfans wollten sich die Preisverleihung auch im neuen Format nicht entgehen lassen, sodass das Theater zumindest am Samstag nahezu ausverkauft war. Die Eröffnung des Abends lag in den kundigen Händen der WDR-Big-Band, die zu Beginn drei Stücke des Kompositionspreisträgers Philip Zoubek aus Österreich spielte. Der Pianist hatte diese Musik bereits am Freitag mit seinem Trio Z vorgestellt und war nun selbst ganz überrascht, was Arrangeur und Big Band-Leiter Niels Klein aus seinen Werken gezaubert hatte. „Was für tolle Klangfarben!“, freute sich der Komponist im Interview mit Nina Heinrichs. „Das sind ja eigentlich Trio-Stücke, die Niels Klein hier mit viel Fleiß für die Big Band umgearbeitet hat.“

Projekt „The Dorf und Umland“ erhält den Ehrenpreis

Anschließend erhielt das Projekt „The Dorf und Umland“, das bereits seit 2006 das Ruhrgebiet unsicher macht und auch vor Auftritten in Wohnzimmern und Bahnhöfen nicht zurückschreckt, den Ehrenpreis. Ihre anarchisch angehauchte Musik hatte das Künstlerkollektiv um Leiter Jan Klare bereits am Freitag eindrucksvoll auf die Theaterbühne gebracht. Der heimliche Star des Freitagabends war jedoch der Wahl-Kölner Bassem Hawar, der die Zuschauer mit einem Solokonzert auf der Djoze, einer aus seiner Heimat Irak stammenden Kniegeige, verzaubert hatte. Am Samstag erhielt er den Jazzpreis in der Kategorie Musikkulturen und stellte seine herrliche Kunst anschließend noch einmal im Quartett mit dem Nouruz Ensemble vor.

2020 gehen zehn Musiker von der Schule ab, da muss ich dann wieder für Nachwuchs sorgen.

Musiklehrer Dieter Niermann

Nach der Pause stand zunächst der Nachwuchspreis auf dem Programm, den sich in diesem Jahr die Big Band der Friedensschule Münster unter der Leitung von Musiklehrer Dieter Niermann sicherte. Das sympathische Schülerensemble besteht bereits seit 30 Jahren und stellt seinen Leiter und Gründer immer wieder vor Herausforderungen: „2020 gehen zehn Musiker von der Schule ab, da muss ich dann wieder für Nachwuchs sorgen.“ Sein Wunsch: „Ich gehe in vier Jahren in Rente und hoffe, dass unsere Big Band auch danach erhalten bleibt.“

Den abschließenden Improvisationspreis erhielt schließlich die australische Posaunistin Shannon Barnett, die bis vor Kurzem noch in den Reihen der WDR-Big-Band gespielt hatte und am Samstagabend mit ihrem Quartett auf der Bühne des Gütersloher Theaters stand.

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