Gütersloh: Highstreet hat kein Interesse an einem Verkauf der eigenen Hälfte
Stadt muss Parkhaus sanieren

Gütersloh (WB). Funkstille in Amsterdam. Das dort residierende Immobilien-Konsortium High-street B Portfolio GbR hat kein Interesse, seine Hälfte am Gütersloher Karstadt-Parkhaus an die Stadt Gütersloh zu verkaufen. Damit wird die Stadt ihre Parkhaushälfte jetzt wohl doch für viel Geld sanieren müssen.

Sonntag, 02.02.2020, 13:15 Uhr aktualisiert: 02.02.2020, 14:00 Uhr
Die Stützen im städtischen Teil des Karstadt-Parkhauses dienen vor allem der Verkehrssicherheit, sind aber auch ein Zeichen des andauernden Verfalls. Foto: Wolfgang Wotke

Genau das wollte Tiefbauamtsleiter Alfons Buske eigentlich nicht. Nach 38 Jahren Dauernutzung weist die städtische Hälfte des Gebäudes Schäden in tragenden Stahlbetonteilen auf. Dehnungsfugen, Bodenbeschichtungen, Abdichtungen, Versiegelungen, Entwässerung, Beleuchtung, Hydranten, Niederspannungsverteilung, Parkabfertigungseinrichtungen – alles muss erneuert werden. Die derzeit sichtbaren Stützen dienen vor allem der Verkehrssicherheit in dem Gebäude, sind aber auch Zeichen des andauernden Verfalls.

Ein altes Parkhaus

Seit 2006 ist Highstreet Besitzer der einen Hälfte des Karstadt-Parkhauses. Zwei Jahre nach dem Erwerb ließ Highstreet die eigene Hälfte für zwei Millionen Euro durchsanieren. In der städtischen Hälfte ist seit dem Neubau 1982 dagegen nichts weiter passiert. Die Stadt bot Highstreet 2013 und 2017 den Kauf ihrer Hälfte an – vergeblich, es kam zu keiner Einigung. Seit vergangenem Oktober war es anders herum: Die Stadt wollte gern den Highstreet-Anteil erwerben, um das Parkhaus komplett abreißen und neu bauen zu können. Denn eine Sanierung hielt Tiefbauamtsleiter Buske für unwirtschaftlich: »Auch nach einer Sanierung bliebe es letztlich ein altes Parkhaus mit viel zu schmalen Stellplätzen, niedrigen Decken, engen Auffahrten und dü-steren Parkdecks.«

Kaufangebote werden abgelehnt

Im Namen Highstreets hat deren Hausbank Goldman Sachs die Kaufangebote der Stadt zurückgewiesen. Also muss jetzt doch saniert werden. Wie teuer diese Aktion wird, wann die Bauarbeiten beginnen, wie lange sie dauern werden, ob das Parkhaus für deren Dauer komplett gesperrt werden muss – all’ das vermag Alfons Buske noch nicht zu beantworten. Die Planungsleistungen sollen kurzfristig ausgeschrieben und anschließend vergeben werden, heißt es aus der Verwaltung.

Zu sanieren sind tragende Stahlbetonbauwerksteile, verschiedene Risse und Dehnungsfugen, Abdichtungen und Versiegelungen, Entwässerung und Beleuchtung sowie die Parkabfertigung. Die zwei Millionen Euro hohen Sanierungskosten des Parkhaus-Nachbarn könnten eine Richtschnur sein.

Kommentare

Mathias Anderer  wrote: 03.02.2020 07:24
Verraten und verkauft
Das ist der gerechte Preis für die Dummheit, seine Lebensgrundlage an ausländische "Investoren" zu verkaufen!
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