Naturschützer setzen sich für Erhalt ein: „Politik ist gefordert“
15 Bäume sollen fallen

Gütersloh (WB). Die vorliegende Planung für die neue Aldi-Filiale an der Brockhäger Straße sieht die Fällung von 15 Bäumen vor, von denen laut Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (GNU) acht unter die Baumschutzsatzung fallen. „Wieder werden hier Bäume zugunsten von Flächen für Autos in Form von Zufahrten und Parkplätzen geopfert“, kritisieren die Naturschützer in einer Stellungnahme. Die GNU setze sich für den Erhalt dieser Bäume ein und fordert deshalb eine Änderung der Planung.

Samstag, 01.02.2020, 07:15 Uhr aktualisiert: 01.02.2020, 07:20 Uhr
An der Brockhäger Straße sollen 15 Bäume für einen Aldi-Neubau fallen. Foto: Carsten Borgmeier

Begrüßenswerterweise seien im Erdgeschoss unter der Verkaufsfläche Parkplätze vorgesehen. „Es sollte von daher möglich sein, die Flächen für die Parkplätze neben dem Gebäude soweit zu reduzieren, dass die Bäume auf dem Grundstück stehen bleiben können“, so die GNU und fragt: „Weshalb wurde die Einfahrt zum Parkdeck ausgerechnet so gelegt, dass dafür zwei städtische Linden fallen müssen?“

Planungen ändern

Sechs der unter die Baumschutzsatzung fallenden Bäume sollen durch Neuanpflanzungen ausgeglichen werden. Die dort vorgesehenen Arten, Säulen-Hainbuche und Stechpalme, blieben aber auch in höherem Alter eher zierlich und könnten den Verlust nicht ausgleichen. Für zwei Bäume und die städtischen Linden solle die Stadt Ausgleichszahlungen erhalten. „Das Geld kann dem Nahbereich aber keinen Sauerstoff liefern und keinen Schatten spenden“, heißt es. Die GNU bittet die Politiker, sich dafür einzusetzen, dass die Planung so geändert wird, dass die Bäume erhalten bleiben. Wenn auf dem Grundstück eine Wohnbebauung entstehen würde, könne der Baumbestand erhalten werden.

Kommentare

Felix Kupferschmidt  wrote: 03.02.2020 10:25
Bäume statt Blech
Es geschieht täglich massenhaft. Da müssen wir uns nichts vormachen. Bäume fallen, weil sie im Weg stehen. Sie sind Jahrzehnte alt. Jüngere Bäume werden einfach abgeschnitten. Sie spielen in unserem kurzen Menschenleben kaum ein Rolle.

Aber die alten Bäume sind uns im Gedächtnis und im Herzen.
Über die Jahre fällt uns mal dies, mal das ein, weswegen ein Baum nicht genau dort hinpasst, wo er so gemütlich vor sich hin wächst. Mal spendet er guten Schatten, mal schützt er vor Wind. Zum Schaukeln und für ein Baumhaus leistet er wunderbare Dienste, frische Luft, Vögel, Lebensraum. Ein Augenschmaus ist er auch.

Also dieser Supermarkt will die Bäume für maximal viele Parkplätze und bequeme fette Zufahrten killen?
Ja, so ein Supermarkt hat nicht das Wohl der BürgerInnen im Sinn. Es geht um Gewinnmaximierung. Selbst die Solarzellen auf dem Dach sind nur Greenwashing. Der alte Markt ist zu klein. Rechnet sich nicht. Bäume ab, erledigt. Es werden auch gleich ein paar Fizzelbäumchen als Aufhübschung gepflanzt. Wenn die in 40 Jahren den alten Bäumen ebenbürtig sind, ist Aldi alt und häßlich, vielleicht nicht mehr existent. Eine Ruine?

Bäume leben einfach länger als der Kommerz. Lasst sie stehen, habt 10 Parkplätze weniger, dafür baut ordentliche Radabstellanlagen mit Dach (die passen flexibel zwischen die Bäume).
Fahrt doch endlich mit dem Rad zum Einkaufen. Ein Auto braucht man in Gütersloh überhaupt nicht. Eigentlich ist das viel zu peinlich...
Katrin Kanicki  wrote: 02.02.2020 23:32
15 Bäume
Warum müssen Supermärkte, Discounter und andere Firmen eigentlich immer größer werden? Aldi hatte ja schon einen Standort an der Brockhäger Straße. Es spricht ja nichts gegen den Discounter an sich, nur ein Wechsel des
Standorts um den Profit zu steigern, auf Kosten von 15 Bäumen ist überhaupt nicht zu ertragen.
Es scheint ja Baum erhaltende alternative Lösungen zu geben. Parkplätze im Erdgeschoss oder eine andere Zufahrt. Das wäre doch ein Kompromiss.
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