Stadtwerke Gütersloh schwenken von Wind- zur Sonnenenergie Strom kommt frisch vom Feld

Gütersloh (WB). Die Stadtwerke Gütersloh (SWG) wechseln von Wind- zur Sonnenkraft. Auf der ein Hektar umfassenden Fläche einer alten Deponie kurz vor Friedrichsdorf wollen die SWG mit Photovoltaikanlagen Strom ernten. Allerdings benötigen sie dafür noch die Erlaubnis der Stadt, die dafür den Flächennutzungsplan auf diesem Areal ändern muss.

Von Stephan Rechlin
Auf einem Feld kurz vor Friedrichsdorf möchten die Stadtwerke eine Photovoltaikanlage „anpflanzen“.
Auf einem Feld kurz vor Friedrichsdorf möchten die Stadtwerke eine Photovoltaikanlage „anpflanzen“. Foto: Carsten Borgmeier

Mit dem Wechsel reagieren die SWG auf den Mangel geeigneter Plätze für Windräder. Auf 8000 der insgesamt 10.000 Quadratmetern lassen sich einer Projektskizze zufolge 2500 Module mit einer Leistung von „etwas unter 750 kWp“ (Kilowatt-Peak) installieren. Mit diesem Ausmaß sei eine Ausschreibungspflicht nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2017 gerade noch zu vermeiden. Der Jahresertrag an Strom würde sich auf rund 700 Megawattstunden (MWh) belaufen. Das würde der Skizze zufolge reichen, um den Jahresverbrauch von etwa 200 Vier-Personen-Haushalten zu decken.

Übergabestation erforderlich

Um die elektrische Leistung ins öffentliche Stromnetz einspeisen zu können, sei eine Übergabestation erforderlich. Dazu gehörten ein Transformator, Mittelspannungs- und Niederspannungsanlagen sowie die erforderliche Schutztechnik. Die Station werde als moosgrünes Betonfertigteilhaus geliefert und habe in etwa die Maße der in Gütersloh bekannten Trafostationen. Sie solle in der Zufahrt zum Gelände stehen. Ein Zaun solle die gesamte Anlage schützen. Das Gelände müsse für die Wartung der Anlage befahrbar bleiben. Als Sichtschutz sei entlang der Avenwedder Straße eine heckenartige Bepflanzung mit einer Höhe von etwa zwei Metern geplant. Sie dürfe keinesfalls höher wachsen, um einen Schattenwurf auf die Anlage und damit eine Ertragsminderung zu vermeiden.

Ob die SWG das Gelände kaufen oder pachten werden und wie viel sie investieren möchten, teilen sie noch nicht mit. Ein Muster der geplanten Anlage ist an der Avenwedder Straße nahe dem Kreisverkehr an der Gehle-Kreuzung zu sehen – sie ist von privaten Investoren vor wenigen Jahren errichtet worden, übrigens auch auf einem alten Deponiegelände.

Damit die Stadtwerke ihr Vorhaben umsetzen können, müssen zunächst der Flächennutzungsplan geändert und anschließend ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Der Gütersloher Planungsausschuss wird dieses Vorhaben am Dienstag, 11. Februar, ab 17 Uhr im Ratssaal erörtern.

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