Gütersloh: Stadtverband nominiert Bankbetriebswirt zum Bürgermeister-Kandidaten
SPD setzt auf Volker Richter

Gütersloh (WB). Die Gütersloher SPD will mit Ratsherrn Volker Richter in den Bürgermeisterwahlkampf ziehen. Der Stadtverband nominiert den 54 Jahre alten Bank- und Versicherungskaufmann zum Spitzenkandidaten. Eine offene Wahlversammlung des Verbandes wird Mitte Februar darüber abstimmen.

Dienstag, 14.01.2020, 08:15 Uhr aktualisiert: 14.01.2020, 08:40 Uhr
Volker Richter, 54 Jahre alter Bank- und Versicherungsbetriebswirt, will am 13. September zum neuen Gütersloher Bürgermeister gewählt werden. In diesem Amt möchte er die Stadt gerechter, sozialer, nachhaltiger und bürgerfreundlicher machen. Foto: Wolfgang Wotke

Mit Richter setzt die SPD dem ehemaligen Stadtbaurat und amtierenden Bürgermeister Henning Schulz (CDU) einen jugend- und sozialpolitischen Experten entgegen. Auf diesen Gebieten sehen Richter und SPD-Stadtverbandschef Volker Tappe die größte Angriffsfläche. Die Wohnungsnot, die Digitalisierung der Schulen, vor allem aber der Umgang mit sozial schwächeren Bürgern Güterslohs bezeichnet Richter als die größten Schwachstellen von Bürgermeister Schulz: „Meine Heimatstadt ist mir zu wichtig, als dass ich sie weiterhin vom falschen Bürgermeister führen lassen möchte.“

Ohne Stadtbaurätin Nina Herrling beim Namen zu nennen kritisiert Richter auch das Führungsverhalten des Bürgermeisters: „Er lässt Mitarbeiter im Regen stehen.“ Volker Tappe weist auf die Abwesenheit des Bürgermeisters im Streit um die Parkplätze am Konrad-Adenauer-Platz hin: „Die Schwächen des Amtsinhabers sind gerade in den vergangenen Wochen für alle sichtbar erkennbar geworden.“

Das alles soll unter Volker Richter anders werden. Er ist aus der Jugendorganisation „Die Falken“ 1985 zur SPD gestoßen. Viele Jahre war Richter außerdem Vorsitzender des Stadtjugendrings. Seit 1995 gehört er dem Gütersloher Rat an, arbeitete vor allem im Jugendhilfe- und Sozialausschuss mit; dem Ausschuss für Soziales, Familien und Senioren sitzt er seit 2014 vor.

Parteiübergreifende Reputation gewann Richter mit der Einberufung und Organisation des Runden Tisches zur Situation von Werkvertragsarbeitern in Gütersloh. Gegen Widerstände in der Gütersloher Verwaltung gelang es Richter dabei, auch Vertreter wichtiger Konzerne zur Mitarbeit an diesem Tisch zu gewinnen und zwar nicht nur aus der Fleischindustrie.

Seit seiner Wahl zum SPD-Stadtverbandsvorsitzenden im Februar 2018 wurde Volker Tappe immer wieder gefragt, welchen Kandidaten er für das Bürgermeisteramt vorschlage. Viele der seitdem gehandelten Namen blieben geheim, um sie nicht frühzeitig oder für andere Positionen zu „verbrennen“. Zu vermuteten Aspiranten zählten unter anderem die aus Isselhorst stammende Christina Kampmann, ESG-Schulleiter Martin Fugmann, Ingo Krüger, bekannt aus seinem Engagement im Jugendamtselternbeirat und in der Stadtschulpflegschaft sowie die SPD-Bundestagsabgeordnete Elvan Korkmaz.

Tappe: „Uns war es von Anfang an wichtig, jemanden zu gewinnen, der diese Stadt kennt und mit ihr verbunden ist. Auswärtige Kandidaten ohne Bezug zu Gütersloh kamen für uns nicht in Frage.“

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