Nahversorgung in Spexard: Stadt erteilt Alternativvorschlag eine Absage
Kein Kaufkraftkiller am Hüttenbrink

Gütersloh (WB). Ein neuer Nahversorger in Spexard ist besser im zentralen Versorgungsbereich an der Verler Straße aufgehoben als auf einer landwirtschaftlichen Fläche am Hüttenbrink. Zu diesem ersten Prüfungsergebnis eines Vorschlages der Unabhängigen Wähler Gemeinschaft (UWG) kommt die Stadt ohne bereits Gutachten in Auftrag zu geben.

Freitag, 10.01.2020, 09:00 Uhr
Der Spexarder Krug eignet sich einer Prüfung der Stadt zufolge besser als Standort für einen neuen Lebensmittelmarkt als eine Alternativfläche am Hüttenbrink. Foto: Carsten Borgmeier

Die in einer Bürgerversammlung im Spexarder Bauernhaus geäußerte Skepsis gegenüber einem neuen Schenke-Lebensmittelmarkt auf dem Areal des Spexarder Kruges hatte die UWG auf die Idee gebracht, statt dessen eine freie zwischen geplanten Wohnungen und Gewerbebetrieben am Hüttenbrink vorzuschlagen. Die skeptischen Bürger fürchteten vor allem eine weiter wachsende Verkehrslast auf der Verler Straße; die Gegenargumente von Stadtbaurätin Nina Herrling aber basieren vor allem auf dem Gütersloher Einzelhandels- und Zentrenkonzept.

Danach sind Lebensmittel-Nahversorger nur noch in zentralen Versorgungsbereichen eines Ortsteiles oder der Innenstadt zulässig. Ausnahmen davon seien nur möglich, wenn gutachterlich nachgewiesen werde, dass der neue Markt den zentralen Versorgungsbereich nicht beeinträchtige und die Verkaufsfläche auf das Nachfragepotenzial im Nahbereich ausgerichtet sei.

700-Grad-Radius

Das Vorhaben dürfe ferner keinen wesentlichen Kaufkraftabzug erzeugen. Als Maßstab für das Schädigungspotenzial könne der Grad der Überschneidung von 700-Grad-Radien des geplanten Vorhabens mit dem nächstgelegenen zentralen Versorgungsbereich dienen – also den Geschäften an der Verler Straße. Bei einem Vergleich dieser Radien stellt Stadtbaurätin hohe Überschneidungen fest – und zwar sowohl mit dem Areal des Spexarder Kruges als auch mit dem des vorhandenen Lebensmittelanbieters Thiesbrummel. Fazit: „Entsprechend kann von einem Kaufkraftabfluss ausgegangen werden.“

Die tatsächlichen Folgen dieser Überschneidungen seien erst präzise durch Gutachten in einem Bebauungsplan- und Flächennutzungsplan-Verfahren zu ermitteln. Diese Verfahren wiederum würden erst in Gang gesetzt, wenn es konkrete Wohnbauvorhaben am Hüttenbrink gebe. Herrling: „Aufgrund der städtebaulichen Randlage sowie dem anzunehmenden Kaufkraftabfluss ist der Bereich derzeit nicht für eine Ansiedlung geeignet.“

In der Bürgerversammlung hatte Reiner Schenke die nahversorgungsrelevante Kaufkraft in Spexard mit der von Harsewinkel gleichgesetzt. Schenke versicherte, dass sein neuer Markt vor allem auf den Bedarf der Spexarder Bürger ziele, nicht aber auf den vorbeifahrender Pendler. Genau davor warnte eine Verkehrsreduzierung fordernde Bürgerinitiative.

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