Dresdner Straße 55: Geschäftsführer gewährt Einblicke in Bausubstanz
Haus ist völlig marode

Gütersloh (WB). Er will die im Herbst gekaufte Immobilie an der Dresdner Straße 55 in Gütersloh-Blankenhagen so schnell wie möglich sanieren. Doch zwei Familien wollen partout nicht ausziehen, werfen ihm und seinen Mitarbeitern Schikane vor. Dumitru Miculescu, Geschäftsführer der DMI GmbH, hat dem WESTFALEN-BLATT jetzt die völlig marode Immobilie gezeigt.

Freitag, 10.01.2020, 07:15 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 07:20 Uhr
Dolmetscher Daniel Gherasim (Foto) von der DMI GmbH hat sich am Donnerstag mit seinem Chef Miculescu die 20 Jahre alte Heizungsanlage im Keller des Hauses an der Dresdner Straße 55 angeschaut. Das Fazit: „Die muss ausgetauscht werden.“ Foto: Carsten Borgmeier

In Begleitung seines Anwalts Thomas Kuhn (Bochum), einem Heizungsinstallateur und zwei Dolmetschern führte der Geschäftsmann aus Rumänien am Donnerstagmittag durch das Haus, in dem offensichtlich ein Wasserrohrbruch seit geraumer Zeit enorme Schäden verursacht.

„Wir haben den Keller abgeschlossen, weil er knöcheltief unter Wasser stand und ein Betreten gefährlich ist“, sagt Miculescu mit Blick auf die dort verlaufenen Stromleitungen. Auch die zuletzt häufiger defekte Heizungsanlage befindet sich im Keller. „Die ist durch, muss ausgetauscht werden“, sagt der Installateur aus Gütersloh nach kurzem Blick.

Das Haus stammt wohl aus den 1970er Jahren, ist durch einen wohl seit Jahren nicht behobenen Wasserschaden stark beschädigt.

Das Haus stammt wohl aus den 1970er Jahren, ist durch einen wohl seit Jahren nicht behobenen Wasserschaden stark beschädigt. Foto: Carsten Borgmeier

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Wohn- und Geschäftshaus, das von einer Familie Busch wohl in den 1970er Jahren errichtet worden war. Während die vier Mietwohnungen sowie kleinere Gewerberäume im vorderen Bereich zur Leipziger Straße hin bis zuletzt genutzt wurden, steht im rückwärtigen Areal ein Büro- und Lagerraum-Komplex mit einer Nutzfläche von rund 800 Quadratmetern seit mehreren Jahren leer. Dort sind die Schäden besonders deutlich zu sehen, ähnlich wie im Keller.

Stützpfeiler in diesem Areal sind vom aus dem Obergeschoss heruntersickernden Wasser aufgequollen, der Putz ist abgeplatzt. Unter Starkstrom-Anschlüssen sind deutlich Spuren der Nässe zu sehen: „Das würde ich nicht mehr anpacken, da muss ein Elektro-Experte ran“, meint der Heizungsinstallateur mit Blick auf die 400-Volt-Leitung.

Im Keller sind nahezu alle Wände von Feuchtigkeit und Schimmel befallen. Durch die Nässe kann es auch an den Stromleitungen für die verbliebenen Bewohner gefährlich werden.

Im Keller sind nahezu alle Wände von Feuchtigkeit und Schimmel befallen. Durch die Nässe kann es auch an den Stromleitungen für die verbliebenen Bewohner gefährlich werden. Foto: Carsten Borgmeier

Zusätzlich zu dem vermuteten Rohrbruch irgendwo im ersten Stock, dort wo sich die Wohnungen befinden, scheint auch das Flachdach über den hinteren Gewerberäumen längst nicht mehr dicht zu sein. „Eine Komplett-Sanierung ist unumgänglich“, meint der Heizungsbauer.

Miculescu indes versteht nicht, warum die beiden verbliebenen Mietparteien darauf beharren, während der anstehenden Bauarbeiten in dem Haus wohnen zu bleiben: „Wir haben ihnen Ersatzwohnungen sowie eine Entschädigung angeboten, und sie können anschließend in ihre Wohnungen zurückkehren“, sagt Miculescu, der erneut betont, dass in dem Haus zukünftig keine Sammel-Unterkunft für Werkarbeiter der Fleischindustrie entstehen werde.

„Ich möchte aus diesem Objekt etwas Schönes machen, es soll eine Bereicherung für Blankenhagen werden“, betont Miculescu.

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