Gütersloher Firma Gebr. Diekötter KG feiert am 15. Januar das 100-jährige Bestehen
Wichtiger Teil der Recyclingkette

Gütersloh (WB). Sie können immer wieder eingeschmolzen und neu verarbeitet werden, und das nahezu vollständig und beliebig oft. Knapper werdende Ressourcen und steigende Rohstoffpreise führen dazu, dass Sekundärrohstoffe aus Schrott einen unverzichtbaren Stellenwert im Wirtschaftskreislauf haben. Seit nunmehr 100 Jahren ist die Firma Gebr. Diekötter KG Teil dieser Recyclingkette.

Dienstag, 07.01.2020, 15:15 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 19:10 Uhr
An der Waage: Die Lkw-Ladung, Stanzabfälle, wird digital verwogen, der Fahrer Alexander Gutschmidt bespricht den Fahrauftrag mit Gerhard und Christoph Diekötter. Auf das 100-jährige Bestehen kann das Unternehmen in diesen Tagen zurückblicken.

Wie der Eintrag im Gütersloher Gewerberegister zeigt, gründeten die Brüder August und Wilhelm Diekötter am 15. Januar 1920 den Betrieb. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg waren wiederverwertbare Materialien begehrt, so dass das Geschäft an der Berliner Straße 45 (heute Modegeschäft Wörmann) schnell florierte. Die Brüder handelten mit Eisen, Metall, Lumpen, Haaren und Papier.

Am 30. November 1929 zog der Betrieb an die Alte Avenwedder Straße

Am 30. November 1929 zog der Betrieb auf ein großzügiges Gelände an die Alte Avenwedder Straße (heute Wilbrandtstraße), das mehr Platz für die Lagerung und Verarbeitung bot. Und dort, auf einer inzwischen rund 10.000 Quadratmeter großen Fläche, befindet sich der Firmensitz bis heute. Durch die Nähe zum Bahnhof und einen direkten Gleisanschluss, der ebenfalls bis heute genutzt wird, konnte der Transport der Rohstoffe sehr viel effizienter gestaltet werden.

1963/64 übernahmen Rudolf und Wilhelm Diekötter jun. das Ruder

In den Jahren 1963/64 übernahmen die Söhne Rudolf und Wilhelm Diekötter jun. gemeinsam das Ruder und führten den Betrieb erfolgreich weiter. Nach dem frühen Tod des damaligen Buchhalters trat 1981 der graduierte Betriebswirt Gerhard Diekötter im Alter von 29 Jahren in dritter Generation in die Firma ein. Er führte das Unternehmen seit 1988 zunächst als Einzelfirma und ab 2008, mit dem Eintritt seines Sohnes Christoph Diekötter als Kommanditist, als Kommanditgesellschaft weiter. Zielgerichtet hat sich Sohn Christoph mit dem Master-Studium in BWL als vierte Generation auf die Weiterführung des Betriebes vorbereitet und am 1. Januar 2019 die Leitung übernommen. Er setzt damit die Tradition des Familienunternehmens fort.

1800 Tonnen Stahlschrott und etwa 150 Tonnen Metalle pro Monat

Elf gewerbliche Mitarbeiter auf dem Platz, zwei kaufmännische Angestellte im Büro, die Inhaber und zusätzliche Aushilfen sorgen für den reibungslosen Warenein- und -ausgang. Auf dem Betriebsgelände werden monatlich etwa 1800 Tonnen Stahlschrott und etwa 150 Tonnen Metalle aufbereitet. Das Material stammt aus der stahlverarbeitenden Industrie, Handwerksbetrieben, Kommunen oder von Privatkunden. Es wird bei der Firma Gebr. Diekötter KG gewogen, sortiert, zerkleinert, bearbeitet, zwischengelagert und verladen für den Weitertransport an Stahlwerke und Metallgesellschaften.

Wandlung vom Altwarenhändler zum modernen Metallrecy­clingbetrieb

In den 100 Jahren Firmengeschichte hat sich die Firma Gebr. Diekötter KG vom Altwarenhändler zum modernen Metallrecy­clingbetrieb gewandelt. Das gesamte Betriebsgelände ist befestigt und an einen Ölabscheider angeschlossen. Mit regelmäßigen TÜV-Prüfungen, jährlichen Zertifizierungen für Entsorgungsfachbetriebe und einem Qualitätsmanagementsystem nach DIN ISO 9002 hält das Unternehmen höchste Standards im Umwelt- und Gewässerschutz ein. Nicht unerwähnt bleiben sollte hier die Genehmigung nach § 16 BImSchG im Jahre 2012 mit anschließender Errichtung einer Wetterschutzhalle für ölbehaftete Abfälle sowie der Aufbau von Lärmschutzwänden.

Alle Mitarbeiter werden Mitte Januar zu einem Festessen mit Begleitung ins Parkhotel eingeladen, und für die Firmenkunden und Lieferanten sowie die Öffentlichkeit wird es im Juni einen Tag der offenen Tür geben.

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