Heimatverein Isselhorst lässt Relikt der 1970er Jahre modernisieren
Dorfplatz-Uhr vor dem Schrott gerettet

Gütersloh-Isselhorst (WB). Die Isselhorster Dorfplatz-Uhr ist aus der Zeit gefallen: Die Stadt hätte sie am liebsten mit all dem anderen Krempel aus den siebziger und achtziger Jahren entsorgt. Mit Werbetafel, Pflanzenkübel, Ortstafel. Sie sollen den für 125.000 Euro neu gestalteten Platz nicht länger zustellen.

Montag, 06.01.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 05:20 Uhr
Henner Schröder (Heimatverein), Eckhard Nagel und Malermeister Udo Plassmann (von links) holen die Uhr aus dem vordigitalen Zeitalter ins 21. Jahrhundert. Auf der Uhr sollen künftig Informationen rund um Isselhorst präsentiert werden. Foto: Stephan Rechlin

Doch der Heimatverein Isselhorst bekam Wind von der Sperrmüll-Aktion und legte Einspruch ein. Auf Initiative von Vorstandsmitglied Henner Schröder hin wurde die Uhr gerettet – sie steht jetzt im Materiallager von Malermeister Udo Plassmann irgendwo in Niehorst. Schröder: „Mit der alten Dorfplatz-Uhr hätte die Stadt viele Erinnerungen mit abgeräumt. Ich bin seit den Bauarbeiten immer wieder von Isselhorstern gefragt worden, was denn nun aus der alten Uhr wird.“

Das Uhrwerk und die Wetterstation werden erneuert

Optisch hat die Stadt Recht. Die Säule mit Seitenwänden aus zerbrochenem Glas, verendeten Insekten und vergilbten Werbehinweisen hat zu Beginn der Zwanziger-Dekade des 21. Jahrhunderts nichts mehr auf dem neu gestalteten Isselhorster Dorfplatz zu suchen. Darum steht sie ja auch beim Malermeister. Plassmann: „Die Herausforderung liegt darin, das Relikt von damals in ein zeitgemäßes und zum neuen Platz passendes Möbelstück zu verwandeln.“

Die Uhr war im vordigitalen Zeitalter von der Isselhorster Werbegemeinschaft gestiftet worden. Sie zeigte die Uhrzeit, die Außentemperatur, den Luftdruck und die Namen von Geschäften an, in denen man so richtig günstig einkaufen konnte. Nach etwa zehn Jahren schlug ein Blitz in die Uhr ein und nahm sie zum ersten Mal komplett aus der Zeit. Alles stand still. Damals war es Eckhard Nagel, der es schaffte, die Uhr irgendwie wieder instand zu setzen. Er ist heute wieder mit an Bord, um sie für das 21. Jahrhundert umzurüsten: „Wir erneuern Uhrwerk und Wetterstation samt dazugehöriger Sensoren. Ihre Zeitangabe bezieht die Uhr von der Braunschweiger Atomuhr, so wie eine Bahnhofsuhr der Deutschen Bahn.“

Die Uhr wird ans Internet angeschlossen und somit digitalisiert

Die Stadtwerke Gütersloh (SWG) werden die Uhr am neuen Standort ans Internet anschließen. Damit werden die Anzeigen künftig digitalisiert. Schröder: „Wir können darauf auf Veranstaltungen hinweisen und kleine Filme abspielen.“

Bis auf die Stadtwerke soll allerdings niemand mehr darauf werben. Statt dessen wird die Uhr künftig nützliche Informationen zu Isselhorst liefern. Auf einer Karte in einem der neuen Fenster werden die Standorte markiert, an denen der Heimatverein in diesem Jahr Info-Stelen aufstellen ließ – zum Beispiel zur Holler Windmühle, dem Elmendörfer Fass, dem Meierhof Mumperow. Eine weitere Karte wird die Wander- und Radwege anzeigen, die es rund um Isselhorst gibt.

Sobald es das Wetter im Frühjahr zulässt, soll die neue, digitalisierte Dorfplatz-Uhr des 21. Jahrhunderts auf dem frisch renovierten Platz aufgestellt werden.

Eckhard Nagel: „Herr Plassmann, geben Sie mir bitte Bescheid, wenn es soweit ist. Da gibt es ein, zwei Dinge zu beachten.“ Udo Plassmann: „Jau, geht klar.“

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