Verdacht auf CO-Vergiftung in Gütersloh-Spexard: zwei Personen in Düsseldorfer Spezialklinik – mit Video Elf Verletzte nach Silvestergrillen

Gütersloh (WB/du). Den Start ins neue Jahr haben neun Männer und Frauen sowie zwei Kinder mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung im Krankenhaus verbracht. Sie hatten einen Grill nach dem Essen zum Abkühlen in der Wohnung abgestellt. Deswegen hatte sich am Kleeweg im Stadtteil Spexard das toxische Gas unbemerkt im Haus verbreitet. Zwei Personen mussten sogar mit einer Vergiftung in ein Düsseldorfer Spezialkrankenhaus gebracht werden. Lebensgefahr wird nicht ausgeschlossen.

Ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungsdienst aus der Region ist am Silvesterabend am Kleeweg in Spexard angerückt. Bei einer Party wurde der Grill im Haus platziert. Elf Menschen erlitten Vergiftungen, zwei von ihnen lebensgefährliche.
Ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungsdienst aus der Region ist am Silvesterabend am Kleeweg in Spexard angerückt. Bei einer Party wurde der Grill im Haus platziert. Elf Menschen erlitten Vergiftungen, zwei von ihnen lebensgefährliche. Foto: Dunja Delker

Unter den Opfern waren auch zwei Rettungskräfte. Sie waren am Silvesterabend gerufen worden, weil mehrere Personen über Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit geklagt hatten. Weil Kohlenmonoxid (CO) aber völlig farb-, geruchs- und geschmacklos ist, ahnten auch die Sanitäter zunächst nichts Böses. „Die Kohlenmonoxidwarngeräte der hinzugerufenen Rettungsdienstbesatzung schlugen nach Betreten der Wohnung allerdings Alarm. Die Wohnung wurde daraufhin sofort evakuiert“, sagt Einsatzleiter Andreas Pollmeier von der Berufsfeuerwehr Gütersloh.

Massenanfall Verletzter (MANV)

Die Folgen einer CO-Vergiftung treten häufig mit Verzögerung ein. Als die Berufsfeuerwehr und der Löschzug Spexard gegen 21.38 Uhr vor Ort eintrafen und die Zahl von elf Opfern feststellten, lösten sie den so genannten Massenanfall Verletzter (MANV) 10 aus. Angesichts dieser überörtlichen Hilfe kamen dann auch Rettungswagen aus Rietberg, Verl und Paderborn. Auch das Deutsche Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst war im Einsatz.

Laut Polizeibericht haben eine 27-jährige Frau sowie ein 31-jähriger Mann, die beide aus Hessen zu Gast in Gütersloh waren, eine so schwere Vergiftung erlitten, dass sie in eine Düsseldorfer Spezialklinik mit Druckkammer gefahren werden mussten. Ein Hubschrauber war laut Einsatzleitung nicht zu bekommen. Eine Lebensgefahr kann für beide nicht ausgeschlossen werden. Zunächst war bei den Schwerverletzten von zwei älteren Frauen die Rede gewesen.

Zwei Häuser evakuiert

Die neun weiteren leichtverletzten Personen wurden in Krankenhäuser in Bielefeld-Mitte und ins Städtische Klinikum Gütersloh sowie ins Elisabeth-Hospital Gütersloh und ins Vincenz-Hospital Wiedenbrock gebracht. Darunter waren auch ein drei Jahre alter Junge und seine Zwillingsschwester. Bei allen Verletzten wurde unter anderem eine Blutgasuntersuchung vorgenommen.

Die Feuerwehr hat alle sechs Wohnungen des Mehrfamilienhauses Nummer 38 sowie des angrenzenden Hauses Nummer 40 evakuiert. Nach der Überdruckbelüftung konnten die insgesamt zwölf Wohnungen wieder freigegeben werden. Einsatzleiter Andreas Pollmeier schätzt, dass etwa 30 Rettungsdienst-Mitarbeiter und noch einmal so viele Feuerwehrleute vor Ort waren. Nach knapp zwei Stunden war der Einsatz beendet.

Stichwort: Kohlenmonoxidvergiftung

Die Kohlenmonoxidvergiftung wird durch die Einwirkung des gasförmigen Giftes Kohlenstoffmonoxid (CO) auf Menschen verursacht. Kohlenmonoxid entsteht bei der unvollständigen Verbrennung kohlenstoffhaltiger Materialien unter hoher Temperatur und geringer Sauerstoffzufuhr. Typische Quellen sind Brände, defekte Gasthermen, aber auch Zier- und Heizkamine, die bei unzureichender Luftzufuhr oder Abgasabführung CO freisetzen können. Kohlenmonoxidvergiftungen sind besonders tückisch, da nicht nur das Gas vom Menschen nicht wahrgenommen werden kann, sondern auch die Symptome sehr vielgestaltig sind. Sie kann bleibende Schäden an Herz und Nervensystem wie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Psychosen, Bewegungsstörungen, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen zur Folge haben.Behandelt wird die CO-Vergiftung durch die Gabe reinen Sauerstoffs. Quelle: Wikipedia

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