Gütersloh: Neues Parkhaus an Kreisverwaltung wird schon wieder teurer
Kreis will auf Gebühren verzichten

Gütersloh (WB). Von einer „Kostenexplosion“ beim Parkhaus-Neubau am Kreishaus möge der Kreisausschuss doch bitte nicht sprechen. Landrat Sven-Georg Adenauer: „Dafür gibt es in Gütersloh ganz andere Beispiele.“

Dienstag, 17.12.2019, 11:15 Uhr
Das Kreishaus in Gütersloh (Archivbild).

Also lässt es der Ausschuss bei einer  „Verteuerung“ – übrigens schon der zweiten in diesem Jahr. Im Mai sollte das neue Parkhaus noch 3,4 Millionen Euro kosten, im Oktober waren es dann aufgrund von Sonderwünschen aus den politischen Gremien 3,6 Millionen Euro, jetzt sind es mit einem Mal 3,8 Millionen Euro.

Es sind vor allem die technischen Anlagen, die diesmal alles um gut 200.000 Euro teurer werden lassen, erläutert Architektin Britta Richter vom Projektentwickler Bock, Neuhaus und Partner aus Coesfeld. Die untere Wasserbehörde fordert ein Klär-Pumpwerk mit Doppelpumpenanlage und eine Drainage; die Feuerwehr besteht auf eine trockene Steigleitung und eine von der Stromversorgung im Parkhaus unabhängige Pumpe. Richter: „Falls im Notfall gelöscht werden muss, kann das Löschwasser mit dieser vom Kreishaus aus versorgten Pumpe aus dem Parkhaus herausgepumpt werden.“

Leerrohre und Fahrzeugzählanlage

Hinzu kommen bisher nicht vorgesehene Datenleitungen, Leerohre und eine Fahrzeugzählanlage. Adenauer: „Dabei geht es uns nicht um Statistik. Sie zeigt an, wann das Parkhaus voll ist und hält Besucher davon ab, im Parkhaus herumzukurven, um nach einer freien Parkfläche zu suchen.“ All’ diese Dinge verteuern den Neubau mal um 5000 Euro, mal um 7500 Euro, es kommen auch 12.5000 und 14.000 Euro. Das Pumpwerk wäre mit 64.500 Euro die teuerste Einzelveränderung.

Genau die aber möchte Helmut Kaltefleiter (CDU) nicht mitbezahlen: „Wozu muss Regenwasser in eine Kläranlage gepumpt werden? Was soll das?“ Es gelingt Bau- und Umweltdezernent Frank Scheffer und Kreiskämmerer Ingo Kleine-bekel nur gemeinsam, Kaltefleiter von der „unbedingten Notwendigkeit“ dieser Zusatzinvestition zu überzeugen: Ohne die Pumpen würde das öl- und feststoffverschmierte Regenwasser nicht die Sickergrube am Kreishaus erreichen.

Der Verzicht auf die weiß schimmernde Metallfassade würde 60.000 Euro sparen. Richter: „Aber dann müsste das dahinter befindliche Metallgerüst alle fünf Jahre gestrichen werden. Das würde auf Dauer noch teurer kommen.“ Eine Streichsequenz, die Helga Lange (Grüne) als sehr sportlich empfindet, aber bitte, dann eben nicht. Durchsetzen kann sich Kaltefleiter mit dem Vorschlag, auf die EDV-Leitung zum Kreishaus zu verzichten. Sie könnte eines Tages der Bewirtschaftung des neuen Parkhauses dienen. Kaltefleiter: „Wollen wir Bürgern, die unsere Behörde aufsuchen, auch noch Parkgebühren abknüpfen?“

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