Digitales Lernen: Für Ministerin Gebauer ist das ESG Vorzeigeschule
Die Hefte haben ausgedient

Gütersloh (WB). Kein alltäglicher Besuch am Mittwoch im Evangelisch Stiftischen Gymnasium:  Yvonne Gebauer, NRW-Schulministerin, informierte sich im altehrwürdigen Gebäude höchstpersönlich über die digitale Entwicklung an dieser nur äußerlich nicht mehr ganz zeitgemäß wirkenden Bildungsstätte.

Donnerstag, 05.12.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 08:20 Uhr
Hoher Besuch: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer im ESG-Gymnasium. Den Gast begleiten (von links): Fritz Husemann (Schulkuratorium), Landtagsabgeordneter Raphael Tigges, Fraktionssprecher Stephen Paul (beide FDP) und Direktor Martin Fugmann. Foto: Uwe Caspar

Schon vor dem abschließenden Podiumsgespräch hatte der prominente Gast bei einer Klassen-Stippvisite erste Eindrücke in puncto Digitalunterricht gesammelt. Das ESG sei eine Vorzeigeschule, zeigte sich die Ministerin danach beeindruckt. Schon vor 20 Jahren, quasi in der analogen Steinzeit, standen hier die ersten Computer. Inzwischen gibt es die Plattform „Nerdl“, über die Lehrer und Schüler kommunizieren.

Ohne Internet kann ich mir die Schule gar nicht mehr vorstellen.

Laura Contu, Schülerin der 11. Klasse

„Hausaufgaben-Hefte sind Geschichte. Auch Unterrichtsinhalte sind bei uns auf Nerdl hochgeladen“, berichtete ESG-Gymnasiast Moritz Kube, der zusammen mit seiner Mitschülerin Greta Giesen die Gesprächsrunde professionell moderierte. „Die Plattform hilft mir enorm beim Lernen. Ohne Internet kann ich mir die Schule gar nicht mehr vorstellen“, sagte die an der Diskussion teilnehmende Laura Contu aus der 11. Klasse. Da konnte ihr Yvonne Gebauer nur zustimmen. „Schulbücher helfen uns nicht mehr, die Schule muss digital denken und ihren Horizont erweitern. Die Fragen der Zukunft müssen von der kommenden Generation gelöst werden. Wohin dieser Weg führen wird, das kann ich allerdings noch nicht sagen“, räumte die Ministerin ein. Sie begrüßt es, dass das Fach Informatik zum Pflichtfach wird – aber erst ab Schuljahr 2021/22 und nicht schon 2020. 

Auch das Thema „Künstliche Intelligenz“ kam nicht zu kurz

Auch das Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) kam nicht zu kurz. Für Christian Ebel, Geschäftsführer des Zentrums Digitale Bildung, (ZdB) ist das bereits ein aktuelles: „KI ist keine Zukunft mehr, wir sind da schon mittendrin.“ Trotz fortschreitender Digitalisierung und KI-Roboter: Auf gut ausgebildete Lehrfachkräfte könne man nicht verzichten, betonte Yvonne Gebauer. Auch ESG-Lehrer Hendrik Haverkamp hält eine pädagogische Begleitung für wichtig: „Es reicht nicht, einen Laptop aufzustellen. Man muss damit auch umgehen können.“ Die sozialen Medien sieht er aber auch als gefährliches Haifischbecken. „Wir waren früher ohne Smartphone sozial ausgegrenzt, haben aber trotzdem Party gemacht“ erzählte Haverkamp schmunzelnd. ESG-Direktor Martin Fugmann fand das passende Schlusswort. „Wir wollen Sie befähigen, dass Sie die digitale Welt so gestalten, dass wir im Alter mit ihr zurechtkommen“, hofft er auf eine generationsübergreifende Win-Win-Situation.

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