Vereine dominieren Isselhorster Weihnachtsmarkt – 1000 Lose und jedes gewinnt Gratis-Bratwurst auf Knopfdruck

Gütersloh (WB). Bei jeder Bratwurst, die auf den Pappteller kommt, drücken Dennis Drewel und Henri Küst auf einen roten Buzzer. Und bei jedem 15. Würstchen flackert Licht auf und ein lautes Klingeln ertönt. Glück für denjenigen Kunden, der am Imbiss der Landjugend des CVJM Isselhorst gerade bestellt hat. Denn: Diese Wurst ist gratis!

Von Uwe Caspar

„Die Freude, vor allem bei Kindern, ist selbst über einen so bescheidenen Gewinn

Bei jeder Bratwurst drücken Henri Küst und Dennis Drewel auf den Buzzer – die jeweils 15. gibt es kostenlos.

meistens sehr groß. Oft höre ich dann den Spruch: ­ Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich etwas gewonnen“, erzählt Drewel schmunzelnd. Siegrid Werres hat für den zweitägigen Weihnachtsmarkt 1500 der leckeren Prachtexemplare geordert. Die CVJM-Kassenwartin geht davon aus, „dass wir am Sonntagabend ausverkauft sind“. Der Erlös, dazu gehören auch die Einnahmen der Cafeteria, kommt der Jugend der Kirchengemeinde zugute. „Ohne Weihnachtsmarkt-Geld wäre das kaum möglich“, merkt Dennis Drewel an.

Auch der Dorf- und Heimatverein nutzt die weihnachtliche Kurz-Veranstaltung auf dem Kirchplatz, um seine Kasse aufzubessern. Ralf Dopheide schlendert mit einem Bauchladen durch die Menge, bietet Lose an. 1000 nummerierte Papierröllchen hat der DHV anfertigen lassen. Das Alleinstellungsmerkmal dieser Aktion: Jedes Los verheißt einen Gewinn! Wertvollster Preis ist diesmal ein Staubsauer. „95 Prozent der Preise stammen von Sponsoren“, berichtet Ute Schallenberg. Von dem Erlös soll die neue Kleinkunstabteilung des Heimatvereins profitieren.

Puppen in Eigenarbeit hergestellt

Viel Kunst, in der Regel liebevoll in Eigenarbeit hergestellt, gibt es in der Festhalle zu bestaunen. Monika Otto bietet neben Kissen und Halstüchern mit individuellen Namen-Applikationen auch besonders robuste Puppen an. Diesmal hat sie nur zwei mitgebracht (Clara und Malou), weil die Unikate wegen ihres relativ hohen Einzelpreises – mehr als 100 Euro – viele Käufer abschrecken. Die 66-Jährige indes findet ihre Forderung vertretbar. „Für jedes Exemplar brauche ich schließlich 20 bis 25 Stunden. Die Haare knüpfe ich selber ein und stelle auch die Kleider her. Nur die Schuhe muss ich kaufen“, lässt die frühere Schneiderin wissen. Den Innenteil ihrer nahezu unverwüstlichen Liebhaberstücke, die auch ihre vier Enkel begeistern, hat Monika Otto mit Schafswolle ausgestopft. „An meinen Waldorf-Puppen darf ruhig gezerrt werden, ihnen kann man keine Gelenke brechen. Nur in die Badewanne dürfen sie nicht“, sagt die Puppen-Mama. Bisher hat sie acht ihrer Lieblinge verkauft. Jedes Mal allerdings mit einem „Abschiedsschmerz“, räumt Monika Otto ein.

Ausgefallene Stücke präsentiert auch die von ihrer Tochter Merle (9) unterstützte Martina Kiffmeyer: Holz-Schneemänner, Vogelfutter-Tassen und sogenannte Lesenknochen liegen auf ihrem Tisch. In ihrem Angebot befinden sich zudem nostalgische Sammeltassen: „Die lagen vorher bei meiner Oma im Schrank.“

Hobby-Aussteller und Vereinsstände geben dem kleinen Weihnachtsmarkt im Lutterdorf eine besondere Note. Der Kommerz steht hier weit hinten an.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7101969?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F