Heimat-Jahrbuch bietet Lesern eine analoge Entdeckungsreise durch das Kreisgebiet Vom Dorfladen bis zum Schutzengel

Gütersloh (WB). Die Themen sind vielfältig und umspannen einen großen geschichtlichen Bogen: Im aktuellen Heimat-Jahrbuch des Kreises Güterloh findet die Gründung der Kornbrennerei Niemöller vor 200 Jahren ebenso Erwähnung wie die Tatsache, dass in Häger seit 20016 wieder ein Dorfladen steht.

Von Uwe Caspar
Frisches Gemüse für die Menschen in Häger: Seit 2016 besteht der Dorfladen.
Frisches Gemüse für die Menschen in Häger: Seit 2016 besteht der Dorfladen. Foto: Schillig

Das Kapitel mit der Wiedereinführung des Tante-Emma-Ladens, einer von 26 Beiträgen in dem 224 Seiten starken Buch, hat Sven-Georg Adenauer besonders gefallen. »Lebensmittelmärkte, Gaststätten und Firmen befinden sich in kleineren Gemeinden auf dem Rückzug. Aber die Leute in Häger haben sich das nicht gefallen lassen und einen eigenen Dorfladen mit Café eingerichtet«, lobt der Landrat das Engagement der dortigen Bewohner.

Ebenso begrüßt Adenauer, dass in dem informativen Buch der Artikel über das Spexarder Bauernhaus an eine »prominente Stelle« gerückt worden sei. Schließlich, so der Landrat, sei das Bauernhaus mit 400 Veranstaltungen und rund 20.000 Besuchern pro Jahr ein wichtiger Treffpunkt im kulturellen Leben dieses Ortsteils. Zudem freut’s Adenauer, dass sechs Seiten dem erfolgreichen Schutzengel-Projekt (»Be my angel«) gewidmet sind: Die Zahl der Unfälle im Kreis, an denen 18- bis 24-Jährige beteiligt waren, hat sich seit 2007 um ein Drittel reduziert.

»Das Projekt ist mir ans Herz gewachsen«

Bei der analogen Entdeckungsreise durch den Kreis kommen auch die Themen Natur und Umwelt nicht zu kurz. »Die neue Ausgabe gibt wertvolle Einblicke über Vogelarten, die dank forcierter Naturschutzmaßnahmen vor dem Aussterben bewahrt werden konnten«, fasst Kreisarchivar Ralf Othengrafen zusammen. So schmückt diesmal eine Wacholderdrossel die Titelseite des im Flöttmann-Verlag erschienenen Heimatbuches mit einer Auflage von 3000 Exemplaren (Preis: 13,10 Euro).

»Das Projekt ist mir ans Herz gewachsen. Man glaubt, alles schon zu kennen, doch in dem Buch entdecke ich immer wieder Neues«, schwärmt Verlagschef Friedrich Flöttmann. Speziell interessiert ihn der wohl kurioseste Beitrag – in dem geht es um das Benageln von Kriegswahrzeichen im Ersten Weltkrieg.

Es folgt ein Zeitsprung: Der jetzt vollzogene Lückenschluss der A33 fand noch nicht den Weg ins Heimatbuch. »Wir haben das Thema diskutiert, aber aus zeitlichen Gründen verworfen. Wir werden nächstes Jahr Bilanz ziehen«, berichtet Mitautor Martin Neitemeier. Und Martin Maschke findet, dass das Jahrbuch auch zum Zusammenhalt beitrage. »Es gibt andere Kreise, wo man sich untereinander spinnefeind ist«, merkt der Kreis-Heimatpfleger schmunzelnd an.

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