Gütersloh: Reinhard-Mohn-Stiftung hilft, Rechenschwäche zu überwinden Alle Kinder können Mathe

Gütersloh (WB). Eins, zwei, drei. Zählen können Kinder meist schon im Kindergartenalter. Aber wie viel bleibt übrig, wenn eins oder zwei abgezogen werden? Das können manche Kinder nicht einmal in der zweiten oder dritten Grundschulklasse beantworten.

Von Stephan Rechlin
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Zahl sechs mit zwei Händen darzustellen. Dr. Thomas Rottmann, Christoph Mohn, Sevinç Sunar und Stephan Kern (von links) zeigen drei davon. Sie arbeiten im Projekt der Reinhard-Mohn-Stiftung mit.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Zahl sechs mit zwei Händen darzustellen. Dr. Thomas Rottmann, Christoph Mohn, Sevinç Sunar und Stephan Kern (von links) zeigen drei davon. Sie arbeiten im Projekt der Reinhard-Mohn-Stiftung mit. Foto: Stephan Rechlin

An diesem Punkt – also möglichst noch im Kindergarten, spätestens aber in den ersten Grundschulklassen – setzt das Projekt »Prävention von Rechenschwierigkeiten« der Reinhard-Mohn-Stiftung an. Seit 2014 versetzt die Stiftung Lehrer an Grundschulen im Kreis Gütersloh und in der Stadt Bielefeld in die Lage, Rechenschwierigkeiten bei ihren Erstklässlern zu erkennen und ihnen zu helfen, sie zu überwinden. In der ersten Projektphase wurden insgesamt 162 Lehrkräfte aus 76 Grund- und Förderschulen fortgebildet. Erste Befragungen zeigen, dass die Lehrer sich inzwischen deutlich kompetenter fühlen, Rechenschwierigkeiten zu diagnostizieren und zu behandeln. Bei betroffenen Schülern wiederum sind deutliche Fortschritte bei elementaren, mathematischen Fertigkeiten wie Zählen, Stellenwerte ermitteln, Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division erkennbar.

»Rechenschwäche ist keine Krankheit«

Stephan Kerner vom Schulamt des Kreises Gütersloh begleitet das Projekt an 39 von 57 Grundschulen im Kreis: »Rechenschwäche, häufig auch als Rechenstörung oder Dyskalkulie bezeichnet, ist keine Krankheit. Sie kann mit ein wenig Geduld und Übung überwunden werden.« Der Vorteil des Stiftungsprojektes »Prävention von Rechenschwierigkeiten« sei der lange Atem, mit dem es verfolgt werde: »Die Wirkung verpufft nicht so schnell. Die Herausforderung stellt sich ja jedes Jahr erneut.«

Das sieht auch Stiftungsvorstand Christoph Mohn so und legt für drei weitere Jahre – bis Ende 2022 – nach: »Die Förderung von Rechenkompetenzen ist ein wichtiges Projekt für die Reinhard Mohn Stiftung. Die bisherigen Ergebnisse stimmen uns zuversichtlich. Wir freuen uns daher sehr, dass wir diese Kooperation bis 2022 verlängern konnten. Wir leisten so einen konkreten Beitrag zu besseren Bildungschancen, unabhängig von der Herkunft der Schüler.«

Dr. Thomas Rottmann von der Mathe-Fakultät an der Universität Bielefeld hat die Befragungen von Lehrern und Schülern organisiert: »Die Ergebnisse zeigen, dass die Kinder stark von den Fördermaßnahmen profitieren.«

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