Stadt soll Umsetzbarkeit prüfen – Christine Lang sorgt sich um Sicherheit »An zentralen Stellen böllern«

Gütersloh (WB). Die Gütersloher sollen in der Silvesternacht weniger böllern. Da ein generelles Verbot nicht umsetzbar ist, soll nun ein Alternativvorschlag der BfGT-Fraktion geprüft werden.

Von Michael Delker
Feuerwerk auf dem Berliner Platz: Wenn es nach der BfGT-Fraktion geht, treffen sich die Gütersloher an zentralen Stellen im Stadtgebiet, um das neue Jahr zu begrüßen. Damit, so die Hoffnung, könnte die Böllerei reduziert werden.
Feuerwerk auf dem Berliner Platz: Wenn es nach der BfGT-Fraktion geht, treffen sich die Gütersloher an zentralen Stellen im Stadtgebiet, um das neue Jahr zu begrüßen. Damit, so die Hoffnung, könnte die Böllerei reduziert werden. Foto: Wolfgang Wotke

Um die Böllerei einzudämmen, schweben der Fraktion zentrale Orte vor, an denen die Gütersloher die Knallkörper zünden können. »Durch die Einrichtung zentraler Stellen könnten die Bürger animiert werden, diese für ein geselliges Zusammensein zum Jahresübergang in ihrem Ortsteil oder auch im Zentrum der Stadt zu nutzen«, heißt es in dem Antrag, der am Montagabend einstimmig vom Umweltausschuss beschlossen wurde.

Die Ausrichtung könnten nach Meinung der Fraktion unter dem Gesichtspunkt der Brauchtumspflege in Gütersloh ansässige Organisationen und Vereine übernehmen. »So ähnlich wie das bei den Osterfeuern läuft«, sagte BfGT-Fraktionschef Norbert Morkes, der zwei Silvesterabende als Testphase vorschlug.

»Die Leute haben zuvor schon stundenlang gefeiert«

Obwohl es sich nur um den Prüfauftrag handelte, ob ein derartiges Angebot überhaupt umsetzbar ist, äußerte Umweltdezernentin Christine Lang Bedenken. »Zentrale Feuerwerke haben den Nachteil, dass die Leute zuvor schon stundenlang gefeiert haben. Da spielen dann Sicherheitsaspekte eine Rolle«, erinnerte die erste Beigeordnete an den ausgiebigen Alkoholkonsum vieler Menschen in der Silvesternacht.

Man müsse sich gut überlegen, ob man das Risiko in Kauf nehmen wolle, dass es möglicherweise zu Ausschreitungen komme. »Wir sind froh, dass wir solche Zusammenballungen in der Silvesternacht im Stadtgebiet bislang nicht hatten«, sagte Lang. Zahlen soll die Verwaltung auch ermitteln – zur Feinstaubbelastung und zum Müllaufkommen in der Silvesternacht.

SPD-Antrag findet keine Mehrheit

Noch weitgehender war ein Antrag der SPD, der jedoch keine Mehrheit fand (CDU stimmte dagegen, BfGT und Linke enthielten sich). Die Sozialdemokraten wollten ein Böllerverbot für Orte beschließen, an denen es rechtlich möglich wäre. Als Beispiel nannte Stefan Bethlehem das Umfeld von Parks, weil dort Tiere leben, Kirchen und Friedhöfe als Orte der Ruhe und Orte, in deren Nähe Kranke gepflegt werden.

»Perspektivisch könnte man auch ein Lichtfeuerwerk an einem zentralen Ort anbieten, wie ein kleines Volksfest«, sagte Bethlehem. »Dafür ehrenamtliche Initiativen zu finden, dürfte schwierig werden. Diese Lichtfeuerwerke sind recht teuer«, entgegnete Lang.

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