Commerzbank-Studie: Für Jungunternehmer ist Gütersloh trotzdem ein guter Standort
Bürokratie erweist sich als Hindernis

Gütersloh (WB). Gütersloh ist ein gründerfreundlicher Standort. Das ist ein Ergebnis einer bundesweiten Befragung der Commerzbank unter Unternehmensgründern. Viele der hiesigen Jungunternehmer würden sich auf jeden Fall wieder selbstständig machen.

Donnerstag, 07.11.2019, 08:15 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 08:20 Uhr
Thomas Eckert, verantwortlich für das Unternehmerkundengeschäft der Commerzbank-Niederlassung Gütersloh, erläutert die Studie der bundesweiten Befragung. Foto: Wolfgang Wotke

Für die Studie waren in diesem Sommer bundesweit 3000 Gründer, die sich in den vergangenen sechs Jahren selbstständig gemacht haben, befragt worden, davon 50 in Gütersloh.

Der eigene Chef sein wollen 54 Prozent, etwas Eigenes aufbauen 44 Prozent von ihnen. »Für jeweils etwa ein Drittel war eine spezielle Geschäftsidee umzusetzen, mehr Geld zu verdienen und Arbeitsplätze zu schaffen, ein Grund, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen«, berichtet Thomas Eckert, verantwortlich für das Unternehmerkundengeschäft der Niederlassung Gütersloh.

58 Prozent der Gründer unter 40 Jahre alt

»Bei der Gründung einer eigenen Firma in Vollerwerbstätigkeit sind Frauen noch deutlich in der Minderheit«, sagt er. 84 Prozent der Gütersloher Gründer seien männlich, 58 Prozent seien zurzeit der Gründung unter 40 Jahre alt gewesen. Darunter seien hier auffällig viele, die eine Fach- oder Meisterschule absolviert oder die eine abgeschlossene Lehre hätten.

Drei Viertel lassen sich von einem Steuerberater unterstützen

Für 60 Prozent der Befragten aus der Region sei die größte Hürde bei der Gründung die Bürokratie gewesen. Thomas Eckert: »Etliche Behördengänge machen ihnen das Leben schwer. Für ein Drittel von ihnen stellt die Finanzierung und für ein Viertel die Kundengewinnung eine Herausforderung dar. Steuerliche und rechtliche Themen sowie Personalplanung und -rekrutierung nennen ein Fünftel.« Scheinbar sind die Unternehmensgründer in Gütersloh cleverer und vorsichtiger als die im Bundesdurchschnitt. »Drei Viertel lassen sich von einem Steuerberater unterstützen, ein Drittel von einem Unternehmensberater. Jeder Vierte berät sich zu seinem Vorhaben mit einer Bank, jeder Fünfte mit einem Rechtsberater«, sagt Eckert. Der Schnitt im Bund liege deutlich darunter.

Deutliche Unterschiede zum Bundesdurchschnitt

Bei der Finanzierung würden 78 Prozent der Gründer auf Eigenkapital zurückgreifen. Knapp ein Drittel nehme zudem einen Kredit von einer Bank in Anspruch – bundesweit sei es nur die Hälfte davon. Auch beim Startkapital, so Thomas Eckert, weise Gütersloh deutliche Unterschiede zum Bundesdurchschnitt auf. »18 Prozent im Vergleich zu 32 Prozent bundesweit starten mit bis zu 20.000 Euro, ein gutes Drittel hat 50.000 Euro zur Verfügung.« Bei der Hälfte sei das Starkapital innerhalb der ersten sechs Monate aufgebraucht. Das sei der Zeitpunkt, ab dem häufig eine Fremdfinanzierung in Anspruch genommen werde. Sein Tipp: »Daher ist es sinnvoll, schon frühzeitig Alternativen zu prüfen und auf seine Bank zuzugehen.« Mit Blick nach vorn planten 40 Prozent der Gütersloher Gründer Investitionen in Personal, ein Drittel in Marketing und Vertrieb.

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