Gütersloh: SPD schlägt neue Zuschuss-Varianten vor, Landrat will es einfacher
Neue Ideen für die Fahrt im Bus

Gütersloh (WB). Zuschüsse an Schüler und Auszubildende, ein Ticketpreisdeckel, ein vereinfachtes Fahrkartensystem – in den Bussen im Kreis Gütersloh soll sich im kommenden Jahr einiges ändern.

Donnerstag, 07.11.2019, 05:15 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 05:20 Uhr
Klaus Tönshoff, Ursula Ecks und Fritz Spratte (von links) aus der SPD-Kreistagsfraktion haben neue Vorschlägen für den ÖPNV ausgetüftelt. Diesmal sollen Auszubildende und Schüler Zuschüsse bekommen – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Foto: Stephan Rechlin

Aus ihren zahlreichen Workshops, Klausurtagungen und Podiumsdiskussionen zum ÖPNV hat die SPD-Kreistagsfraktion zwei Anträge herausgefiltert. Zum einen möchte sie Auszubildende mit einem Zuschuss von 20 Euro pro Monat zum Busticket unterstützen. Voraussetzung dafür soll sein, dass sie ein Berufskolleg im Kreis Gütersloh besuchen und sich ihr Ausbildungsbetrieb bereit erklärt, sich mit 31 Euro je Monat am Azubi-Ticket zu beteiligen. Der Azubi müsste dann noch 31 Euro aus eigener Tasche beisteuern und würde dann ungefähr soviel wie ein Student für sein Semesterticket zahlen.

In einem zweiten Antrag schlägt die SPD vor, die Schulwegtickets von Schülern der fünften bis neunten Klasse in den Monaten November bis März zur Hälfte zu fördern. Gemeint sind damit Schüler, die keinen Anspruch auf ein von der Kommune bezahltes Schulwegticket haben, weil sie nicht weiter als 3,5 Kilometer von ihrer Schule entfernt wohnen. Ziel des Antrages sei es unter anderem, die Zahl der »Elterntaxis« in den Wintermonaten gering zu halten.

Kinder unter sechs Jahren sollten gar nichts mehr zahlen

Vom zweiten Antrag hält Landrat Sven-Georg Adenauer nicht viel, weil der Verzicht auf zehnte Klassen in Gesamt- und Förderschulen seltsam sei, gegen die Schülerfahrkosten-Verordnung des Landes verstoße, der Kreis möglicherweise gesonderte Buseinsätze zu bezahlen hätte und mehr Personal brauche, um die komplizierte Förderung umzusetzen. Eine mögliche Variante sei, dass Eltern ein Schulwegticket kaufen und anschließend einen Förderantrag stellen – das aber benachteilige Schulwegticket-Inhaber, die keine Unterstützung für Busfahrten in ihrer Freizeit erhielten. Schon innerhalb einer Familie seien damit Ungleichbehandlungen möglich, wenn etwa ein Kind das Kreisgymnasium Halle besucht, das andere die Gesamtschule in Halle.

Eine Beschlussvorlage des Landrates sieht vor, Tarifanpassungen im kommenden Jahr auf zwei Prozent zu begrenzen. Zur Vereinfachung des Tarifsystems schlägt der Landrat eine Preisangleichung für Fun-Tickets in der gesamten Region vor, den generellen Verzicht auf Ticketerwerb für Kinder unter sechs Jahren auch bei Kindergarten- und Schulverkehren, eine Preisangleichung des 9-Uhr- und 60plus-Abos und eine Harmonisierung der Preisstufen in ganz Westfalen. Fahrradtickets seien auf nur noch zwei Varianten zu pauschalisieren; die Vielfalt von sechs kreisweit gültigen Ticket-Abos sei baukastenartig aufeinander abzustimmen.

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